Anzeige
www.jautsch.de

Anzeige
www.vth.de

Anzeige


Anzeige

Anzeige
www.jautsch.de

Anzeige


Anzeige


Anzeige
Anzeige
Modellbau Lindinger
Anzeige
Modellbau Lindinger
  • Cessna 182 RTF von Art-Tech/Hobbyfly

    Cessna 182 RTF von Art-Tech/Hobbyfly

    Arno Wetzel, Ulrich Horn


    Aus dem Einsteigerbereich des Modellflugs sind sie längst nicht mehr wegzudenken: geschäumte Modelle. Die zähelastischen Eigenschaften moderner Schäume machen diese Modelle für Einsteiger interessant - es ist aber vor allem der geringe Bauaufwand, mit dem sie das Hobby Modellflug auch für Leute attraktiv machen, die nicht die Zeit aufbringen können, Modelle in klassischer Holzbauweise zu bauen.

    Es verwundert also nicht, wenn das Prinzip "Kaufen und Fliegen" immer weitere Bereiche des Modellflugs erobert. Kommen nun nach Einsteigermodellen, schnellen Spaßfliegern und Combatmodellen auch die Scale-Modelle?



    Die Cessna 182 'Skylane' von Art-Tech ist ein Beispiel dafür, dass man auch vorbildähnliche Modelle aus Schaum fertigen kann. In diesem Fall kann man tatsächlich fast schon von einem Scale-Modell sprechen. Mit gefälliger Optik komplett aus EPO gefertigt, und mit fast schon liebevoll ausgeführten Details wie z. B. der Beleuchtung, wendet sich das Modell an Piloten, die ohne Bauaufwand ein gefälliges, vorbildähnliches Modell fliegen wollen.

    Angeboten wird dieser Ready-To-Fly Flieger (RTF) mit seinen 1,3 m Spannweite von mehreren Importeuren, z. B. auch von robbe. Dieser Bericht bezieht sich allerdings auf das Angebot von Hobbyfly, wo man den Begriff "RTF" wörtlich nimmt und dem sowieso schon komplett ausgestatteten Modell auch noch Sender, Empfänger und einen Antriebsakku samt Ladegerät beilegt.

    So vollständig ausgestatte RTF-Modelle richten sich normalerweise an Leute, die über keinerlei RC-Equipment verfügen, mithin also an Einsteiger. Daher liegt für mich ein besonderer Fokus auf der Frage, ob die Cessna 182 tatsächlich einsteigertauglich ist.


    Das Modell

    Der Bausatz kommt sorgfältig verpackt an, und dass es sich um ein RTF-Modell handelt, ist definitiv nicht übertrieben. Das Modell ist praktisch fertig. Antrieb und RC-Anlage sind bereits eingebaut, selbst das Dekor ist schon aufgebracht. Qualitativ ist dabei nichts zu bemängeln, alles ist dort, wo es hingehört, es gibt auch keine auffälligen Nähte oder andere Fertigungsrückstände.



    Im Fertigrumpf sind Motor, Empfänger, Regler, Servos und Gestänge bereits montiert. Ebenso das angelenkte Bugrad. Sogar das Cockpit ist mit Sitzen und einer Instrumententafel dezent ausgebaut. Der Akkuschacht liegt im Rumpf unterhalb des Schwerpunkts und verfügt über eine verschließbare Klappe. RC und Motor sind über verschraubte Abdeckungen zugänglich.

    Die Flächen sind aus dem gleichen Material wie der Rumpf. Es erinnert in seiner Elastizität an EPP, ist aber nicht so grobporig und hat eine glattere Oberfläche. In jeder Tragfläche sind zwei Servos montiert einschließlich der Anlenkungen für Querruder und Landeklappen.

    Die Flächen werden seitlich in entsprechende Aufnahmen an der Rumpfoberseite geschoben und über jeweils eine Kunststoffschraube arretiert. Verbunden sind sie durch einen langen CfK-Stab, der gleichzeitig in den Flächen auch als Holmverstärkung dient. Ein zweiter, kleiner Kohlestab verhindert eine Torsion der Flächen zum Rumpf.

    Die Flächenstreben sind übrigens gesteckt und dienen daher ledilich der Optik, nicht als tragende Verstrebung.

    Technische Daten der Cessna 182 von Hobbyfly (Herstellerangabe):
    * Spannweite: 1300 mm
    * Länge: 993 mm
    * Fluggewicht: 1350 g
    * Flächenbelastung: 58,9 g/dm²

    Gewichte (gemessen)
    * Rumpf (mit Leitwerk, Fahrwerk, RC und Motor) 820 g
    * Fläche links: 144 g
    * Fläche rechts: 136 g
    Die Differenz der Flächengewichte dürfte sich mit dem nur in der linken Fläche vorhandenen "Landescheinwerfer" erklären.

    Mitsamt Akku und allem Kleinkram bringt die Cessna 1380 g auf die Waage, nur minimal mehr, als vom Anbieter angegeben.

    Vom Typ her ist die Cessna 182 ein Trainer in Hochdeckerkonfiguration mit 3-Achs-Steuerung, man sieht aber auf den ersten Blick, dass das Modell nicht für diesen Zweck entwickelt wurde.
    Für einen Querrudertrainer (eine aussterbende Gattung von Flugmodellen, die den Pilot mit der 3-Achs-Steuerung vertraut machen soll) fehlt die V-Form der Tragflächen, d. h. das Modell wird nur bedingt eigenstabil fliegen.
    Für einen Kunstflugtrainer wäre das zwar normal, aber dafür sind die Querruder zu klein. Zudem hat man bei den Rudern auf Scharniere verzichtet; hier ist einfach nur das Material entsprechend dünn gepresst. Diese sogenannten "Elastoflaps" sind etwas schwergängig, und dadurch sind auch Präzision und Rückstellgenauigkeit gegenüber "richtigen" Scharnieren beeinträchtigt. Welche Rolle das im Flug spielt, wird sich noch zeigen, aber hochpräziser Kunstflug dürfte nicht die Domäne der Cessna 182 sein.

    Und dann ist da noch die relativ hohe Flächenbelastung. Sie läßt auf eine hohe Grundgeschwindigkeit schließen, und darauf, dass die Landeklappen möglicherweise kein optisches Beiwerk sind.

    Aber auch wenn hinter das Stichwort "Einsteigertauglich" erst mal ein dickes Fragezeichen gemacht werden muss: Die Cessna sieht einfach klasse aus, und der Scale-Charakter steht eindeutig im Vordergrund.


    Die Ausstattung

    Hobbyfly liefert mit der Cessna 182 nun wirklich alles, was man zum Fliegen benötigt, gut verpackt in einem Karton. Zumindest fast; für den Sender muss man noch 8 Mignonzellen als Batterie oder Akku besorgen. Ansonsten ist, bis hin zu Klebstoff und Schraubendreher, alles dabei.
    Die Komponenten überraschen durch eine gewisse solide Qualität, die man bei voll ausgestatteten RTF-Modellen nicht unbedingt erwarten kann. Zu keiner Zeit kommt der Eindruck auf, dass hier für den Spielzeugmarkt produziert wurde.

    Antrieb

    Der Motor, ein Brushless-Außenläufer der 300 W-Klasse, entspricht dem heutigen Stand der Technik. Dem Vorbild entsprechend wirkt der Motor als Direktantrieb auf eine Dreiblatt-Luftschraube.



    Der Akku ist ein 3S-Lithium-Polymer-Akku mit 2400 mAh, und dürfte damit geschätzt für 10-15 min Flugzeit ausreichen. Auf dem Akku findet man einen Aufkleber mit Hinweisen für die Handhabung in deutscher Sprache, Hobbyfly weiß also um die Gefahren, die in einem solchen Energiespender lauern.
    Dazu gibt es noch einen kleinen Lader mit integriertem Balancer, der von einem 12 V-Steckernetzteil versorgt wird. Dieses Steckernetzteil kann man auch zum Laden der Sendebatterien verwenden. Ungewöhnlich ist die Tatsache, dass der Akku über den Balancer-Anschluss geladen wird und zwar mit maximal 1 A. Mehr als zwei Stunden Ladezeit bei leergeflogenem Akku sind natürlich eine Spaßbremse; aber das Ganze erfüllt seinen Zweck, und man sollte nicht vergessen, dass ein gutes Ladegerät durchaus mehr kosten kann als hier das ganze Set.

    Sender

    Beim Sender handelt es sich um den im europäischen Raum nicht sehr verbreiteten Einsteigersender E-Fly 100C, der, wie das Modell auch, aus dem Programm des chinesischen Hersteller Art-Tech stammt.
    Die mitgelieferte Bedienungsanleitung bezieht sich (Stand: November 2010) noch auf das Vorgängermodell des Senders. So lange man ihn nur für eben dieses Modell verwendet, ist das unproblematisch, denn es ist bereits alles richtig eingestellt. Alternativ kann man sich ein Manual für den Sender von der Webseite des Herstellers herunterladen, allerdings in Englisch.



    Obwohl die Bezeichnung "Computersender" etwas zu hoch gegriffen ist, verfügt der Sender gegenüber den üblicherweise mit RTF-Modellen gelieferten Einfachstsendern über einige Komfortmerkmale:
    * 6 Kanäle, davon 2 Schaltkanäle
    * 4 Modi (Fläche, V-Leitwerk, Heli mit und ohne Taumelscheibe)
    * Dual-Rate und Mischfunktion
    * Servo-Reverse
    * Digitales Display mit Spannungsanzeige
    Allerdings fehlen diesem Sender auch einige Merkmale zu einem tatsächlich hochwertigen Gerät:
    * Keine Modellspeicher
    * Dual-Rate und Mischfunktion sind einstellbar, aber nicht programmierbar - d. h. sie beziehen sich auf (je nach Modus) fest vorgegebene Kanäle

    Interessant ist, dass Sender und Empfänger im 2,4 GHz Band miteinander kommunizieren. Das System ist als DSSS Frequency-Hopper angegeben. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt scheint es noch so neu zu sein, dass der Hersteller Art-Tech auf seiner Webseite den Sender noch mit 35/40 bzw. 72 MHz bewirbt.
    Wie es sich gehört, hat der Sender eine CE-Kennzeichnung.

    Die gewählte Grundeinstellung bestimmt die Funktionalität des Senders, die dann auch nicht verändert werden kann.
    Was bedeutet das? In der Grundkonfiguration ("Standard") als Einstellung für unsere Cessna 182 sind die Motorregelung (Gas) auf dem linken Knüppel und Höhenruder auf dem rechten Steuerknüppel angeordnet. Dementsprechend besitzt der linke Knüppel auch für Gas keine Rückholfeder. Wenn das nicht den Steuergewohnheiten des Piloten entspricht, er also Gas mit dem rechten Knüppel bedient, muss man das ändern. Das geschieht normalerweise, in dem man den Sender öffnet und die Rückholfeder entsprechend an den Knüppeln tauscht. In diesem Fall erlebt man nach dem Öffnen allerdings eine Überraschung: Wenn man den Bodendeckel am Sender abgeschraubt hat, findet man auch am Gasknüppel eine Rückholfeder, die auch den Knüppel in eine mittige Position zwingt. Bei geschlossenem Deckel hat diese Feder auf einmal keine Funktion mehr und der Gasknüpppel lässt sich in jede beliebige Position verstellen, ohne dass er in die Mittellage zurückschnalzt. Die Lösung für dieses Phänomen sind vier unscheinbare Schrauben, die man auf dem Bodendeckel des Senders erblickt. Zwei dieser Schrauben sind dafür verantwortlich, dass jeweils die Rückholfedern am linken und rechten Knüppel wegdrückt werden und ihn nicht mehr selbstständig in die Mittellage zurückstellen; mit den restlichen beiden Schrauben lässt sich jeweils eine Bremsfeder auf den beiden Knüppel spannen, damit die Knüppel etwas schwergängiger werden und somit die Gassteuerung exakter erfolgen kann.
    Die komplette Umstellung von "Gas links" auf "Gas rechts" lässt sich also ohne Öffnen des Senders von außen mit diesen Schrauben bewerkstelligen. Eine coole Idee - schade, dass darüber in den Unterlagen nichts zu finden ist.
    Damit diese Umstellung auch funktioniert, muss nun noch am Empfänger das Höhenruderservo mit dem Motorsteller getauscht werden.

    Die Laufrichtung der Servos lässt sich über Schalter umkehren. Diese Schalter sind am Sender etwas vertieft eingebaut, ein unbeabsichtigtes Verstellen ist somit ausgeschlossen.
    Der Dual-Rate Schalter des Senders reduziert die Steuerwege gefühlt um ca. 40% und wirkt ausschließlich nur auf die Querruder und das Höhenruder. Durch die Umstellung auf Gas rechts wirkt er allerdings nun auf den Motorregler und nicht mehr auf das Höhenruder, was natürlich keinen Sinn macht.

    Die Landeklappen sind fest einem der beiden Schaltkanälen zugeordnet, sie kennen also nur zwei Positionen: Eingefahren und ausgefahren. Aktiviert man die Mischfunktion, bewegen sich beide Querruderservos ca. 30% gegenläufig aus ihrer Mittenstellung heraus, warum auch immer. Die beiden Positionen des Schalters sind bezeichnet mit "NOR" und "3D". Darunter befindet sich ein kleines Hinweisschild: "Must be NOR before flight!" Diesen Hinweis sollte man auch unbedingt befolgen!

    Der Sender wird mit 8 Mignon-Zellen betrieben, alternativ lassen sich auch NiMH-Akkus verwendet. Eine Ladebuchse findet man seitlich am Gehäuse. Der Ladezustand lässt sich über eine recht große Anzeige ablesen. Hier wird auch eine Uhr angezeigt, die im Sekundentakt nach dem Einschalten des Senders bei 0:00 beginnt. Es lässt sich also damit grob die Flugzeit bestimmen.


    Empfangsanlage

    Die im Modell eingebauten Komponenten entsprechen ebenfalls dem, was man erwarten würde. Da wären:
    * 6-Kanal Empfänger
    * 6 Microservos
    * 30 A BL-Regler

    Der Empfänger hat im Rumpf einen festen Platz und zwar unterhalb des Antriebsakkus in einem eigenen Schacht. Er besitzt zwei ca. zwei Zentimeter lange Antennen.
    Ein Blick in die Servoschächte der Flächen zeigt, dass für die Bewegung der Querruder und der Landeklappen Servos gleichen Typs die Arbeit verrichten. Auf der Website von Art-Tech wird bei den technischen Angaben für das verwendete Modell AS-090 eine Stellkraft von 10 Ncm angegeben. Mit mehr als doppelt so viel Stellkraft, nämlich 22 Ncm, warten die Servos für Seitenruder/Bugfahrwerk und Höhenruder auf. Mit je 17 g sind sie auch doppelt so schwer. Die beiden Flächenservo der Landeklappen sind übrigens mit V-Kabel miteinander verbunden.



    Hier findet man noch ein zusätzliches, kleines Gimmick: Die Signale vom Empfänger zu den Landklappenservos müssen noch ein kleines Delay-Modul passieren. Hiermit kann einerseits der Weg der beiden Servos stufenlos eingestellt werden, d. h. die Größe des Ausschlages und somit die Wirkung der Landeklappen wird damit festgelegt, was durchaus Sinn macht. Weiterhin lässt sich mit diesem Modul auch eine Verzögerungszeit (Delay) einstellen die bewirkt, dass die Klappen langsam aus- und einfahren. Neben dem Scale-Charakter birgt dies auch einen sicherheitstechnischen Aspekt: Schlagartiges Ausfahren von Landeklappen kann zu einem gefährlichen Strömungsabriss führen. Mit so einem Delay-Modul wird dies sicher unterbunden.
    Als letztes Element der RC-Anlage findet man den E-Regler, der lose im vorderen Rumpfbereich untergebracht ist. Er braucht nicht programmiert zu werden und aktiviert sich auch nur, wenn der Sender eingeschaltet ist und sich der Gas-Knüppel in Leerlauf-Position befindet. Das integrierte BEC-System versorgt den Empfänger mit dem notwendigen Strom, wie natürlich auch die Beleuchtung.