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Thema: Rundstahl

  1. #1
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    Standard Rundstahl

    Hallo,

    Ich brauche für einen 2m und 3.50m Nurfluegler eine neue Stahlsteckung, bzw. den Rundstahl und das passende Rohr. Worauf muss ich achten?

    Vielen Dank,

    Oliver
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  2. #2
    User Avatar von grossiman
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    Hallo.
    Wichtig ist das das Führungsrohr, meistens aus Messing einen geringfügig größeren Durchmesser hat als der Rundstahl.
    Beispiel: bei einem 10mm Rundstahl wird ein Messingrohr hart mit 10,1 bis 10,2mm Innendurchmesser und 11mm Aussendurchmesser verwendet.
    Aluminiumrohr geht natürlich auch. Wenn der Innendurchmesser gleich dem Aussendurchmesser vom Rundstahl ist geht das meistens in die Hose = es wird klemmen.
    Der Durchmesser sollte natürlich zu der erwartenden Belastung passen. Mit dem Programm zur Holmberechnung von Christan Baron kann man auch Flächensteckungen berechnen.

    Bezugsquellen: Höllein, MHM-Modellbau, Graupner, Modellbau-Profi usw.

    Gruß Andreas
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    Theorie ist, wenn man alles weiss, aber nichts funktioniert.
    Praxis ist, wenn alles funktioniert, aber keiner weiss warum.
    Einige verbinden beides miteinander, nichts funktioniert, und keiner weiss warum.
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  3. #3
    User Avatar von steve
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    Hallo Oliver,
    besorg dir das Rohr und Rundmaterial im h6/H7-Passungssystem. Das ist so aufeinander abgestimmt, dass es leicht gleitend zusammen passt. Ist Industrie-Standard und problemlos zu besorgen.

    Der Stahl ist dabei in der Regel auf h6 geschliffen, das Rohr auf H7 gedrückt. Im Notfall kann es mit einer H7-Reibahle nachbearbeitet werden. Die Reibahlen im H7-System sind auch Industriestandard und unkompliziert zu besorgen.


    Bei größeren Seglern haben wir auch schon mal ein spezielles Passungssystem aus dem Hydraulik/Pneumatik-Bereich verwendet. Damit sind Zylinder und Kolben als Meter-Ware gemeint. Da ploppt der Stahl dann richtig, wenn er aus der Führung kommt. Wenn es zu einer bleibenden Verformung kommt, klemmt das ganze aber schon ganz gut.

    Wichtig ist bei den Metall-Passungen, dass der Stahl von Zeit zu Zeit mal etwas geölt wird und die Bohrung gereinigt und ebenfalls etwas geölt wird.

    Aktuell nehme ich gerne Titan-Rundmaterial. Das bekommt man inzwischen für kleines Geld auf h6 geschliffen. Der Durchmesser kann und sollte im Vergleich zu Stahl etwas größer gewählt werden. Muss aber nicht so groß sein, wie bei cfk. Gewicht von Titan dann entweder etwas mehr als die Hälfte von Stahl oder bei gleichen Gewicht mehr Festigkeit.

    Hier mal ein paar Quellen:
    https://www.ebay.de/itm/Prazisionswe....c100005.m1851

    https://www.ebay.de/itm/Titanium-Rod...YAAOSwdzVXlJ42

    Beim Rohr habe ich immer Alu genommen und es mir aus hochfesten Material die Hülse selbst hergestellt. Hat den Vorteil, dass man an der Wurzel einen Bund stehen lassen kann und es nach hinten auch geschlossen anfertigen kann. Spart den Stöpsel.


    Zum Nurflügel: Wenn er gepfeilt ist, würde ich die Steckung so dick wie möglich auslegen. Bei meinen 3 Pfeil verwende ich einen 16mm cfk-Rundstab in Alu-Hülsen. Darunter würde ich nicht mehr gehen. Und Stahl ist dafür eigentlich nicht die erste Wahl - besser cfk. Hat auch was damit zu tun, dass die Flatterneigung vom Gewicht im Mittelpunkt abhängt und da ist man bei Stahl immer etwas im Nachteil, bzw. cfk ist da einfach besser.

    Beim Brett ist da nicht ganz so relevant und man hat bei der Steckung mehr Freiheitsgrade.

    VG
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  4. #4
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    Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort. Gibt es einen Onlineshop, den du empfehlen kannst?
    Bin gerade im Ausland.
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  5. #5
    User Avatar von steve
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    Hallo Oliver,
    ich shoppe gerne bei eBay. Bei dem Rohr mit passender Bohrungen kann ich leider keine Empfehlung geben. Die fertige ich selber.

    Wenn Du da keine Berührungsängste hast, kannst Du Dir auch ein cfk-Rohr anfertigen. Dabei gehe ich immer so vor, dass ich mir zunächst eine dünne GFK-Hülse anfertige und die Hülse dann mit sehr viel cfk überziehe und zusammen mit dem Rundmaterial in die Fläche einharze. Sind dann meist Sandwichflächen.

    Wenn es aber unbedingt Messing-Rohr sein soll: https://www.ebay.de/itm/Messing-Rohr...00b73dd4975eba

    Du kannst es auch mit 1mm weniger Innendurchmesser ordern und dann aufreiben. Da geht am besten in der Drehbank oder mit einem Schlagschrauber (wegen der geringen Drehzahl).

    Beim Reiben gilt: Je höher die Drehzahl und je weniger Schmierstoff, desto größer wird die Bohrung - auch mit dem H7 System-Werkzeug.

    VG
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  6. #6
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  7. #7
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    Warum verwendet ihr immer so massive Führungsrohre? In der Theorie,und bei mir auch in der Praxis, reicht doch ein dünnes, wie der Name schon sagt, Führungsrohr.
    Die Last überträgt doch der Stahl und dort wo die größte Last auftritt, nämlich in der Mitte, ist das Rohr eh geteilt.
    Gruß Bernd
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  8. #8
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    Avatar von Andreas Maier
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    Zitat Zitat von steve Beitrag anzeigen
    Hallo Oliver,
    besorg dir das Rohr und Rundmaterial im h6/H7-Passungssystem. Das ist so aufeinander abgestimmt, dass es leicht gleitend zusammen passt. Ist Industrie-Standard und problemlos zu besorgen.

    Der Stahl ist dabei in der Regel auf h6 geschliffen, das Rohr auf H7 gedrückt. Im Notfall kann es mit einer H7-Reibahle nachbearbeitet werden. Die Reibahlen im H7-System sind auch Industriestandard und unkompliziert zu besorgen.

    Messing Rohre und Rundstähle speziell für Steckungen gibt es auch bei Höllein, Fliegerland Staufi, PAF, ... uvam.


    H7 ... ist kein Industriestandart !
    (Gerade die Industrie passt ihre gefertigten Teile den Kaufteilen an, zb N5 Reibahle damit m6 besser klemmt)
    Das ist ein Toleranzbereich nach DIN welcher gerne im Werkzeug- und Maschinenbau genutzt wird, da man nur eine Sorte Reibahlen zulegen muß.

    Auch gibt es keine Industriequalität ....
    Dort wird nach DIN ISO gefertig und wenn ein Betrieb spezifiziert mit Bauhaus Zollstock arbeitet dann ist das so.
    Die Fa. Siemens zb, klebt bei Industriemotoren nur die Blechpakete zusammen, baut die Innereien ein und zack zum Kunden.
    Lack und entgraten sind Sonderwunsch gegen Aufpreis.

    Zitat Zitat von bendh Beitrag anzeigen
    Warum verwendet ihr immer so massive Führungsrohre? In der Theorie,und bei mir auch in der Praxis, reicht doch ein dünnes, wie der Name schon sagt, Führungsrohr.
    Die Last überträgt doch der Stahl und dort wo die größte Last auftritt, nämlich in der Mitte, ist das Rohr eh geteilt.

    Stimmt, im Noemi sind gar keine Rohre nur Bohrungen in den Rippen, was ausreichend ist.







    Gruß
    Andreas
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  9. #9
    User Avatar von steve
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    Zitat Zitat von bendh Beitrag anzeigen
    Warum verwendet ihr immer so massive Führungsrohre? In der Theorie,und bei mir auch in der Praxis, reicht doch ein dünnes, wie der Name schon sagt, Führungsrohr.
    Die Last überträgt doch der Stahl und dort wo die größte Last auftritt, nämlich in der Mitte, ist das Rohr eh geteilt.
    Die Kraft muss an den Holm bzw. die Flächenstruktur übertragen werden. Nun hängt es davon ab, wieviel Kraft übertragen werden soll. Bei wenig Kraft und einem Leichtwindsegler reichen sicher 2 Bohrungen in den Rippen. Bei mehr Last wird es immer wichtiger, dass die Kraft sicher eingeleitet wird.

    Bei einer Bohrung in der Rippe - um mal dabei zu bleiben - drückt der Stahl gegen eine schmale Stelle. Die Kraft nennt mal Leibung, bzw. Lochleibung. Wenn ein Rohr eingeklebt wurde, kann die Rippe wesentlich mehr Kraft aufnehmen und weiterleiten. Die Lochleibung wird deutlich reduziert.

    Die andere Sache ist, dass die Steckung zunächst mal eine Montage/Trennungsstelle ist. Die soll schon halten und bisweilen ist es auch so, dass man sie schlecht nachkleben kann, wenn sie erst mal versagt, bzw. man kann sie zwar wieder zusammenkleben aber der Rest vom Modell ist dann leider mehr oder weniger komplett matsch. Z.B. wenn die Steckung in der ersten Phase des Hochstarts versagt, dass Modell dann noch über den halben Platz geschliffen wird etc.

    Wer das schon mal gesehen bzw. miterlebt hat, weis was ich meine.

    Unten sind mal zwei Modelle von mir. Beim weisen NF ist ein 16mm Plastik-Führungsrohr verwendet worden. Das Rohr ist an der Wurzel und dann noch mal 100mm weiter im Flügel in einer zweiten Rippe gelagert. Der NF wiegt ca. 2kg und hat 3m Spannweite und 13% Profildicke an der Wurzel
    Der rote NF hat eine 16mm Führung aus harten Alu - ebenfalls 100mm tief im Flügel in dem Holm integriert. Dieser NF wiegt ca. 3,8kg und hat ebenfalls 3m Spannweite bei einer Profildicke von 9% an der Wurzel.

    Beide Modell verwenden einen 16mm cfk-Stab und ein 300mm breites Mittelteil. Der Stab ist deshalb 500mm lang.

    Im Ergebnis ist die Flattergeschwindigkeit beim roten NF deutlich höher als beim weisen NF. Die Flattergeschwindigkeit hängt von vielen Faktoren ab aber vor allen von der Steifigkeit beim der Flächenverbindung, bzw. der Holm kann noch so hochwertig sein - wenn die Steckung zu weich ist - begrenzt dies die Leistungsfähigkeit des Konzepts. Der Rote hat auch viel cfk im Flügel aber das ist nur eine notwendige aber eben nicht hinreichende Maßnahme gegen das Flattern.


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    Oliver,
    wenn Du ein paar mehr Daten zu deinem Modell einstellst, bekommst Du unter Umständen etwas konkretere Tipps.

    VG
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