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Thema: Verhalten im Notfall

  1. #1
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    Standard Verhalten im Notfall

    Liebe Kollegen
    Letzthin habe ich bei einem Videoflug einen EasyGlider verloren. Ich geriet mit dem Flieger in die Sonne, wurde geblendet, und fand ihn trotz verzweifelter Suche nicht mehr am Himmel (und später trotz Kamera-Drohneneinsatzes auch nicht mehr im Umfeld unseres Flugplatzes).
    Eine Umfrage unter Kollegen, was man in einem solchen Notfall tun kann, führte zu vielen Ratschlägen: Kurven fliegen, Vrille einleiten, mit Vollgas hoch in den Himmel und den Flieger nach Gehör orten, Sender abschalten (damit Fail safe eintritt). Nichts davon hat mich richtig überzeugt. Mein ehemaliger Fluglehrer hat mir nun einen Tipp gegeben, den ich auf dem Flugfeld erprobt habe und weiterleiten möchte: Sobald man das Flugzeug aus den Augen verliert, Vollgas geben, Höhenruder voll ziehen und Loopings fliegen. Dann hört man die Motorgeräusche, wird den Flieger auf Grund der endlosen Kreise finden und kommt nicht in Bodennähe.
    Zur Unterhaltung hier noch der letzte, geglückte Videoflug mit meinem EasyGlider: https://www.youtube.com/watch?v=wLuu-i6Jm80
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  2. #2
    User Avatar von Martin Greiner
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    Alles dran setzen dass es keinen solchen Notfall gibt.
    Denn die Sonne hüpft nicht eben Mal hinter dein Modell.

    Wenn es denn passiert gibt es viele Möglichkeiten, keine passt zu jedem Fall.
    Aber es schadet nicht sich Mal gedanklich damit zu beschäftigen.
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  3. #3
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    Das mit dem Gasgeben ist schon mal richtig, akustische Ortung. Ob man Loopings fliegt oder nach Gefühl einen Kreisflug? Je nach Modell. Mal vorher ausprobieren, was den Flieger sicher auf Höhe und an Ort und Stelle halten würde, wenn man Blindflug macht.

    Wenn das Malheur in sehr großer Höhe passiert, ist Trudeln eine sinnvolle Möglichkeit, um ungesteuert Höhe abzubauen. Gerne mit kurzen Gasstößen zur akustischen Ortung.

    Ganz wichtig: Immer und laufend wissen, woher der Wind kommt. Das Modell muss man genau in Leerichtung von der letzten Sichtung suchen, alle anderen Himmelsrichtungen verschwenden nur Zeit. Nur wer das beherzigt, hat eine Chance!

    jk
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  4. #4
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    Aus diesem Grund habe ich in meinen großen, schweren Modellen immer einen Empfänger mit Kreisel drin. Ich fliege grundsätzlich ohne Kreisel, habe aber einen Schalter, der bei Bedarf die Fluglage stabilisiert.
    Ziehe ich diesen gefederten Schalter, richtet sich das Flugzeug gerade aus und geht in einen sanften Steigflug. Mit Gasstößen müsste man das Modell so immer wieder finden sofern man nicht unheimlich weit weg fliegt. Das sollte man aber so oder so unterlassen. Ich habe es zum Glück noch nie gebraucht.
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  5. #5
    User Avatar von holgers64
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    Auch wenn man es gut plant, kann es passieren (jedenfalls mir), dass ich genau vor der Sonne durchfliege, weil die Kurve nicht so gepasst hat, wie ich es mir vorgestellt hatte, ich nicht richtig gesteuert habe usw. In dem Fall mach ich 1 Sekunde die Augen zu, um nicht geblendet zu werden und steuere nicht. Ich drehe den Kopf nicht weg. So schaue ich nach der Sekunde immer noch in etwa in die Richtung und habe den Flieger bisher immer gleich am Himmel "wiedergefunden".

    Das passiert aber nicht nur gegen die Sonne. Mein babyblauer Hawk ist am wolkenlosen Sommerhimmel quasi unsichtbar, wenn man ihn aus den Augen verliert. Gas geben ist auch schlecht, weil der nach einer Sekunde schon ziemlich weit weg sein kann, oder oben oder unten Dafür pfeift er laut, bisschen anstechen, dann kann man ihn hören.

    Aber alles in Allem: Nachdenken und nicht ablenken lassen, dass es erst gar nicht dazu kommt.
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  6. #6
    User Avatar von Mario12
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    Hallo Staubli, ich denke, es gibt zu viele Unwägbarkeiten, als das es dafür ein Patentrezept gibt.
    Am besten vermeinden, aber manchmal passiert sowas halt.
    Daher finde ich es sinnvoll, sich mit solchen Problemen schonmal vorab theoretisch zu beschäftigen. Um im Fall des Falles nicht überrascht zu sein, sondern das überlegte Verfahren anzuwenden.
    Naja, es jedenfalls zu versuchen...

    Klassiker für mich neben Sonne bspw.:
    Absterbender Motor oder Leistungsverlust direkt nach dem Abheben.
    Motorflieger mit stehendem Propeller landen (der gleeeeiiiitet so viel besser als sonst)
    Rückenwindlandung mit "richtig" Wind von hinten
    usw.

    Man kann das meiste im Simulator oder auf dem Flugplatz zu trainigeszwecken nachbilden.

    Ich war leider schon viel zu oft dabei, wenn bei Kollegen kleinere Abweichungen vom Ideal den Flieger geschrottet haben.
    Vorbereitet sein ist die richtige Taktik.

    Viele Grüße
    Mario
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  7. #7
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    mit Sonne ist mir das noch nicht passiert, dass ich das Modell aus der Sicht verloren habe, aber mit aufsteigendem Nebel.
    In Bodennähe ordentliche Sicht, weiter oben (vielleicht 50m) leicht diesig und wenige Meter höher absolut nichts mehr, nur noch das sanfte Brummen des Motors.

    Da gibts dann wenigstens eine Richtung, in der die Sichtbarkeit wieder zunimmt. Also leicht andrücken und hoffen, das in der Richtung, aus der das Geräusch kommt, auch mal wieder ein Flugzeug aus der Wolke kommt.

    Damals gut gegangen, aber daraus gelernt.

    Grüße Stefan
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  8. #8
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    HI

    es gibt pieper die man über den sender schalten kann, so einen außen am flieger angebracht hilft manchmal

    ich versuch mir immer die letzen stickbewegungen und die grobe richtung zu merken die ich zuletzt geflogen bin
    so hab ich meine flieger immer wieder nach kurzer zeit gefunden
    Gruß Martin
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  9. #9
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    Standard FPV

    Zum verhalten bei einem Verlust des Sichtkontakts kann ich dir keinen Tipp geben, aber zum wiederfinden gibt es einige Tipps.

    Ein GPS Modul im Flieger, mit einer telemetrie Übertragung zum Sender. So kann 1. Die Entfernung und die Position bis zum Verbindungsabbruch anzeigen lassen.

    Als zweiter Schritt eine FC mit GPS, dann kann man eine RTL (Rückflug zum Startpunkt) einschalten oder ein Pos Hold. Starten. Die Dinger kosten mit GPS ab 50€.

    Im Nahbereich ist wie angesprochen ein Piepser extrem gut, es gibt auch welche die beim Verlust der Versorgung vom Empfänger anfangen zu piepen (brüllen) mit bis zu 100 DB. Die höhrt man auf mehrere 100m.

    Thomas
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  10. #10
    User Avatar von fliegerassel
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    Wenn ich das Modell nicht mehr sehe, kommen die Knüppel in die (untere) Ecke. Basta!
    Dann hat man noch relativ viel Zeit, das Modell wieder zu entdecken, weil es langsam runter kommt. Und wenn es doch einschlagen sollte, dann lieber aus dem Trudeln heraus. Dabei ist es egal, was mit dem Modell passiert. Es geht eher darum nicht so viel Flurschaden anzurichten...

    Ich hatte auch schon ein paar Momente ohne Sichtkontakt zum Segler. Und es war IMMER meine Schuld...
    Also besser vorbeugen als auf den Schuh kotzen.

    Gruß Mirko
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  11. #11
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    Zitat Zitat von holgers64 Beitrag anzeigen
    In dem Fall mach ich 1 Sekunde die Augen zu, um nicht geblendet zu werden und steuere nicht. Ich drehe den Kopf nicht weg. So schaue ich nach der Sekunde immer noch in etwa in die Richtung und habe den Flieger bisher immer gleich am Himmel "wiedergefunden".....
    Das ist ein guter Tip, finde ich. Bei uns heisst es, "ein Auge zu" solange es durch die Sonne geht, wenn es mal gar nicht vermeidbar ist. Dann ist nur ein Auge überstrahlt. Ich habe es einige Male gemacht, es hilft! In allen unklaren Situationen würde ich gar nicht mehr steuern und versuchen den Flieger im "Flugkorridor" wiederzufinden. Wenn es ein eigenstabiles Modell ist, kann man mal am HR zupfen, dann sieht man mehr Tragfläche. Das Modell nicht mehr zu finden, ist wirklich Horror, hatte ich zum Glück noch nicht
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  12. #12
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    Ich fliege mit Handsender.
    Wenn ich den schnell anhebe und damit die Sonnenscheibe knapp verdecke (die ist ja tatsächlich sehr klein), habe ich wieder fast volle Sicht auf eine Hälfte des Himmels.
    Das "Durchqueren der Sonnenscheibe" dauert weniger als eine Sekunde.
    Das Modell ist also in der Regel bereits wieder sichtbar, wenn man die Sonnenscheibe inkl. den halben Himmel so abdeckt.
    Hilfreich ist natürlich, wenn man noch weiß, mit welchem Winkel das Modell in etwa in die Sonne flog, damit man nicht die falsche Himmelshälfte inkl. Sonne abdeckt.
    Mit einem Pultsender habe ich keine Erfahrung. Da könnten Gurte und Gewicht Probleme machen?

    Das ist bei mir keine seltene Übung: Ich werde das dumme Gefühl nicht los, dass gerade in Richtung der Sonne oftmals Thermik eher zu finden ist ...
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  13. #13
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    ... ja sehe ich auch so, oft sagt man sich: ....muss der Bart ausgerechnet vor der Sonne liegen...."
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  14. #14
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    Das ist Murphys Law. Ganz normal. Der Bart steht immer in der Sonne. Deshalb bin ich jetzt auch beim Handsender ohne jeden Riemen angekommen, und halte den Sender oft hoch, um abzuschatten. Und habe SR+HR auf dem linken Knüppel, dann kann die Rechte auch mal die Sonne zuhalten.
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  15. #15
    User Avatar von Mario12
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    Zitat Zitat von Edouard Dabert Beitrag anzeigen
    Ich fliege mit Handsender.
    Wenn ich den schnell anhebe und damit die Sonnenscheibe knapp verdecke (die ist ja tatsächlich sehr klein), habe ich wieder fast volle Sicht auf eine Hälfte des Himmels.
    Eigentlich braucht es dafür keinen Handsender.
    Die Hand am ausgestreckten Arm kann die Sonner ganz gut abdecken.

    Grüße
    Mario
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