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Thema: Sparpläne der Politiker - oder wie getrickst wird

  1. #1
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    Standard Sparpläne der Politiker - oder wie getrickst wird

    Egal wo Ihr Euer Kreuzchen machen wollt:

    was mich am meisten nervt, ist der Umstand, dass keiner tacheles spricht. Wo soll das Geld herkommen, das dem Staat und den Sozialsystemen fehlt? Das es so nicht weitergeht, dürfte klar sein.

    Die CDU spricht klare Worte, na ja zumindest bei der Mehrwertsteuer.

    Die SPD will sie nicht erhöhen, sagt aber auch nicht so deutlich, wie es dann klappen soll. Eine "Streichliste" soll es nicht geben.......


    Anders die Grünen: sie halten die diesbezüglichen Dementis widerum für Volksverdummung (wollen aber mit der SPD koalieren).

    Und das neuen Linksbündnis? Hmm?

    Ach ja, die FDP. wofür stehen die?

    Die letzte Wahl hat ca. 70 Mio. gekostet. Alle sind sich einig, dass die Zahlen der Politiker für die Wahl "aufbereitet" sind, was im Klartext wohl geschönt heißt.

    Die fehlende Bereitschaft der Politiker, den Bürger klar zu sagen, was auf sie zukommt, wie es weitergehen soll finde ich beschämend. Halten die uns alle für unmündig?

    Fü die Demokratie mußten viele kämpfen, gerade im Osten der Republik. Aber wenn ich diesen Wahlkampf sehe, könnte ich Zweifel an der Demokratie kriegen, zumindest aber an dem Verhältniswahlrecht. In England herrschen halt Klare (re) Verhältnisse.

    Viel Erfolg am Sonntag!
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  2. #2
    Vereinsmitglied Avatar von Ingo Seibert
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    Idee

    Hallo Ralf,

    ohne jetzt zu sehr eine (sinn- und nutzlose) Debatte vom Zaun zu brechen, kann ich als normalsterblicher Vollzeit- und Wechselschichtarbeitnehmer mit nebenberuflichem Ingenieursstudium nur für mich feststellen, dass ich durch die Pläne von "Schwarz" letzten Endes bis zu 600 € Netto (!) weniger im Monat bei höherer Wochenarbeitszeit und sicher nicht mehr Kollegen im Betrieb hätte. Jahrelang wurde uns gepredigt, man müsse flexibel sein und auch Arbeitsplätze weit außerhalb annehmen. Nun hat man das getan, soll dafür der Pendlerpauschale beraubt werden, alle steuerfreien Zulagen sollen gestrichen (nicht besteuert - ganz weg, sind ja "Subventionen") werden und muß sich dazu noch vorhalten lassen, dass man auf dem ach so günstigen Lande wohnt. Dann kommt noch ein Minister Trittin, der nach Castor und ähnlichen desaströsen Veranstaltungen noch das Dosenpfand verbricht und damit min. 20.000 Kollegen den Job in meiner Branche und deren Zulieferern kostet und die osteuropäischen Werke in einen Freudentaumel stürzt, aber auf Staatskosten die Abschaltung von AKWs feiern darf - welche auch wieder hunderte arbeitslos gemacht hat, und sagt in völliger Verkennung der Sachlage "man kann das Auto ja auch stehen lassen." Klar, wenn man zur Arbeit chauffiert wird, mag das gehen. Aber selbst zu Zeiten, in denen ich im Zentrum des Ruhrgebietes gewohnt habe, war es schlicht unmöglich zu meinen normalen Arbeitszeiten mit ÖVis zur Arbeit zu gelangen - auf dem Land wohnend geht das erst Recht nicht. Und einen Umzug in die Stadt kann ich mir dann bald nicht mehr leisten; und will ich nebenbei auch nicht.
    Die ehemalige Partei der Besserverdienenden hingegen spielt sich jetzt als Arbeiterpartei auf, hat aber offensichtlich keine Ahnung, was arbeiten wirklich bedeutet. Komischerweise wollen alle auch Nachts und an Feiertagen mit Strom versorgt, im Krankenhaus behandelt oder sonstwie betüddelt werden. Arbeiten will an Ostern oder sonstigen Feiertagen oder gar am Wochenende aber sicher keiner dieser Herren freiwillig, denn "Sonntag ist Familientag", die "Familie ist heilig". Tausende Menschen müssen aber genau das tun, Sonntags und Feiertags arbeiten, ob bis abends 22 oder morgens 6 Uhr, und soll diesen Menschen der einzige Ausgleich, der ein solch zerrissenes Privatleben zumindest etwas erträglicher macht, genommen werden?!

    Das "vereinfachte Steuermodell" hingegen mag ja wirklich einfach sein, aber bisher konnte mir keiner der entsprechenden Parteienvertreter erklären, wie z.B. eine 4-köpfige Familie mit 38.000 + Euro im Jahr überleben können soll, um keine Steuern zahlen zu müssen (das sind umgerechnet 25 Euro am Tag pro Nase! Schonmal einkaufen oder tanken gewesen in letzter Zeit?), zweitens hilft das Modell nur denjenigen, die sich um Geld eh keine allzu großen Sorgen mehr machen müssen.

    Weiter: Wer kann sich Fenstaubfilter bzw. neue Autos leisten? Der Normalverdiener? Sicher nicht. Vor nicht allzu langer Zeit wurde der 200er Diesel als das umweltfreundlichste Fahrzeug vorgestellt, auch wenn man nach dem Starten 5 Minuten nix mehr gesehen hat. Mein Auto hat einen Dieselkat und Euro 3, ist aber jetzt auf einmal umweltschädlich- trotz 5 L/100Km Verbrauch.

    Mehr? Was Schwarz/Gelb für die Bildung tut, habe ich schon vor bald 20 Jahren am eigenen Leib erfahren, da hat nämlich der damalige Kultusminister von BaWü Mayer-Vorfelder alleine zwei Schulen in einer schwäbischen Kleinstadt geschlossen, obwohl die eine davon durch das angeschlossene Internat schwarze Zahlen schrieb. Alle Proteste, Kundgebungen, Unterschriftenaktionen etc. halfen nichts - Die Landesregierung hat es so beschlossen. Und von einem auf das andere Jahr stand ich ohne Gymnasium da, und hätte auf eine völlig anders ausgerichtete Schule gehen müssen. Und jetzt reden die von "mehr Lehrer, mehr Bildung". Lachhaft.

    Zu Oscar (unglaubwürdiger Volldepp) und Gregor (den ich, trotz des falschen Parteibuches, für einen glänzenden Rethoriker und klugen Kopf halte) sage ich nichts. Erinnert mich sehr an die "Statt-Partei"

    Was generelles: "Arbeitet länger in der Woche, das schafft Arbeitsplätze", wurde uns gesagt. Haben wir gemacht. Wurde auch nur ein Arbeitnehmer mehr eingestellt? Nein. "Nullrunden, das schafft Arbeitsplätze". Wurde ein Arbeitsplatz mehr geschaffen? Nein. Es zählen nur die Aktionäre, die befriedigt werden wollen. "Show me the money", bei jeder Idee. Bei uns werden, obwohl die Arbeit immer umfangreicher und der Häuptlinge immer mehr werden, weiter Arbeitsplätze abgebaut bzw. wegfallende Stellen nicht neu besetzt. Warum auch? Das die Produktivität und Effizienz darunter leiden, bringt von den hohen Herren keiner in Verbindung. Kann ja nicht. Die sollen sich mal nicht so anstellen da unten. Und dann bekommt man zu hören, Deutschland sei so teuer. Aber die anderen Werke in Osteuropa und anderen Teilen Westeuropas unseres Konzerns schaffen es bis heute nicht, ordentliche Qualität schnell und flexibel und dauerhaft herzustellen. Nur deswegen existieren wir noch.

    Was ich am Sonntag wähle? Das kleinste Übel, welches mir nicht unverhohlen und vor der Wahl schon meine finanzielle und sonstige Existenz in Frage stellt. Punkt.

    Nochwas: Dies ist meine persönliche Sicht der Dinge, beruhend auf meiner Erfahrung und meiner persönlichen Situation und damit nicht verhandel- oder diskutierbar!
    Gruß

    Ingo

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  3. #3
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    Hallo Ingo,

    habe ´ich Dich richtig verstanden: die ver*schen und alle, nur auf unterschiedliche weise bzw. mit abweichender Begründung?!

    Aus meiner Sicht kann man sich nicht mit Detailfragen beschäftigen, wenn man nicht die beiden zentralen Fragen benatwortet hat:

    1.
    Kann man in einem Gesellschafts-/Wirtschaftsmodell von einem permanennten Wachstum ausgehen? Und wer dies bejaht, woher soll das Wachstum kommen?

    2.
    Woher sollen die Arbeitsplätze kommen?

    Die demographische Entwicklung Deutschlands ist lange bekannt, niemand hat rechtzeitig darauf reagiert.

    Keiner hat sich vermutlich auch wirklich vorstellen können, was das world wide web für die Wirtschaftswelt bedeutet: Globalisierung, freie Kapitalströme, hingehen, wo man den meisten Profit macht etc.

    Aber warum entwicklen sich dann Deutschlands Nachbarn teils deutlich besser?

    Deinen "Groll" kann ich gut nachvollziehen: wir arbeiten immer mehr für andere und uns bleibt immer weniger. Das mit der Pendlerpauschale sehe ich genauso. Alle predigen mehr Flexibilität, machen diese aber so teuer, dass es ein Rohrkrepierer wird.

    Ein Büronachbar (Belgier) sagte neulich zu mir, ein Staat, der es zuließe, dass die Grundversorgung der Menschen (Strom etc.) zunehmend durch ausländische Unternehmen kontrolliert wird, stellt seine Daseinsberechtigung selbst in Frage.

    Welche Partei ist aber das "kleinste Übel" für die jeweils eigene Lebenswirklichkeit?

    Ich sags offen: ich bin für den Wechsel. Nicht weil ich glaube, die anderen könnten es wirklich besser. Nein, weil ich hoffe, dass so die Aufbruchstimmung ensteht, die vielleicht bei der Überwindung so mancher Blockade im Lande hilft und - Demokratie lebt vom Wechsel.

    Gruß
    Ralf
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  4. #4
    Vereinsmitglied Avatar von Ingo Seibert
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    Hallo Ralf,

    Punkt 2 von Dir ist, meiner Meinung nach, der wichtigste: Kaum ein (größerer) Arbeitgeber ist bereit Arbeitsplätze zu schaffen, und das liegt sicher nicht an mangelnder Flexibilität oder Leistungsfähigkeit der deutschen Arbeitnehmer. Es zählt eben nur noch Gewinnmaximierung, da kann man mehr Arbeitnehmer nicht gebraucehn. Unnützes Kroppzeug, könnte man manchmal den Eindruck gewinnen. Tatsache ist aber (nach meiner mir eigenen bescheidenen Logik), dass ich bei 600 € weniger im Monat, 2% höherer Mehrwertsteuer (und da werden gewisse Unternehmen sicher Mittel und Wege finden, bei der Gelegenheit kräftig mitzuverdienen, sieh Euro-Umstellung) und wegfallenden Steuervergünstigungen sicher nicht einen Euro mehr "einfach so" ausgeben kann - das wird verdammt eng, und ob ich mir in diesem Falle mein zu 100% selbstfinanziertes Studium noch leisten ist, ist zweifelhaft. Tolle Aussichten. Man bemüht sich, aber bekommt immer mehr den Boden unter den Füßen weggezogen.
    Was andere Länder und Vergleiche mit diesen angeht, so darf man doch nicht vergessen, was bei uns im Jahre 1989 geschehen ist, und was damit verbunden war resp. ist. Ob es eine andere Regierung als Rot/Grün besser machen kann, wird sich, je nachdem, wie die Deutschen sich am Sonntag entscheiden, eventuell ab Montag zeigen. In diesem Falle sehe ich aber schwarz (welch ein Wortwitz), andernfalls eher etwas dunkelgrau.

    Naja, wir werden sehen. Und mit "wir" meine ich Blaumannträger wie mich und ähnliche Idioten, die immer noch arbeiten für ihr Geld und auf eigene Kosten versuchen ihre Qualifikation zu verbessern ...

    Nachtrag: In Zeiten, wo die Parteiprogramme als Ganzes mich nicht mehr zu überzeugen vermögen und auch sonst unsere Herren Politiker (aller Parteien) regelmäßig eins in die Fresse verdienen, weil sie nicht ansatzweise wissen, was sie eigentlich da oben verzapfen, muß ich als Normalo eben die für mich wichtigen Bereiche raussuchen und mich danach entscheiden. Was nach der Wahl kommt, ist aber in meiner inzwischen 16 Jahre währenden Wahlvergangenheit stets eine ganz andere Geschichte gewesen ...
    Gruß

    Ingo

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  5. #5
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    Aufpassen! wahlentscheidung

    es ist egal was ihr wählt Geld habe alle nicht und mehr wird es bei uns auch nicht also..
    im wesendlichen ist es eine Glaubensfrage und damit fast egal was ihr wählt Hautsache das ihr wählt....
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  6. #6
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    Neinein, Mr Landebahn, wir werden wohl nicht mehr einig. Aber seit weiss ich nich Jahren, mindestens fuffzehn, werden die Reichen immer reicher und die Armen immer aermer.

    Seit ich Steuerklaerungen mache, dass iss schon ziemlich lange, steht auf allen Bescheiden die Vorlaeufigkeit. Grund ist die Verfassungswidrigkeit der Steuergesetzgebung gegenueber der verfassungsmaessig verankerten Foerderung von Familie und Kindern. Das sind alte Urteile vom Gericht, niemals umgesetzt in aktuelle Gesetzgebung. Meine Kinder sind inzwischen in der Oberstufe und geaendert hat sich nichts! Statt dessen werden meine Kinder demnaechst mit der "Kopfpauschale" als "Lebensrisiko" selber zu versichern sein.

    Ingo steht offenkundig irgendwo zwischen meinen Kindern und mir, und ich kann seine Saeuernis durchaus nachvollziehen.

    Wenn ich zusehen muss, dass es ganz legal und offenbar gesellschaftsfaehig(!) ist, Hilfsarbeiter zB in Grossschlaechtereien wie Vieh zu behandeln, was Lohn und Unterkunft betrifft (Quelle ist ARD oder ZDF), gehe ich davon aus, dass wir bald wieder Feudalherren und Leibeigene haben werden. Vielleicht haben wir sie schon...

    Aber, "Geiz ist geil" rechtfertigt das schon.

    Wolfgang
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