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JAyThaRevo

F5B/F5D WM 2016 vom 12.-20.08. in Lugo di Romanga, Italien (2/3)

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3. Durchgang Lugo Cup

Die Startreihenfolge änderte sich erneut. Wie immer gab es eine Pause zwischen den Durchgängen. Nach dieser Unterbrechung sollte bald wieder Franz Riegler an der Reihe. Aber bevor einer der Österreicher an der Reihe war, hielten wir jedes mal ein kleines "Meeting". Wenn Günther mal wieder sagte "Stell' ma uns zam?", wusste jeder was gemeint war. Günther hat dieses Ritual eingeführt und es dient dazu, dass sich die Piloten untereinander informieren was sie vorhaben und ob sie mit dem bisherigen Verlauf zufrieden waren. Aber hier und da ging es auch um organisatorische Dinge wie: Wer hilft wem, wie ist das mit den Loggern nun genau, gibt es Sonderregeln welche beachtet werden müssen, etc...

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Eine unserer "Runden"


Kommen wir nun aber zu Franz's Durchgang. Schöner Flug von ihm und eine saubere Landung, 49 Strecken. Alles bestens. "Kleines" Detail am Rande: Er konnte eine extrem starke Thermikblase zentrieren, welche ihn von 300m Ausgangshöhe auf knapp 680m (!) brachte. Danach ging es mit voll gesetzten Klappen über 1min30sec senkrecht nach unten um sich auf 200m auf die Landung vorzubereiten. Also 680m sprengt für mich alle Rekorde. Ich war ein oder zwei Mal knapp über 600m, aber an diesem Tag wo ich zuvor den Flieger bei 350m kaum noch gesehen hatte, ist das schon beeindruckend. Franz ist wirklich der inoffizielle „Thermikkaiser“. Nun geht es mit Martin Neudorfer weiter. Er konnte seine Leistung konstant abrufen und wurde mit 47 Strecken belohnt. Das sollte ihm den exzellenten 16. Platz in der Gesamtwertung bringen. Wenig später begann der letzte Durchgang für Hannes. Da uns nur wenige Promille trennten, war ich besonders angespannt und wollte wissen was Hannes denn vorlegen würde. Wie nicht anders zu erwarten zeigte er wieder einen extrem sauberen Flug, 51 Strecken. Jetzt musste ich mal durchschnaufen. Summa summarum waren es 3 Miese für seinen Flug. Für mich war nun klar, dass wenn ich mein Stockerl verteidigen möchte, dass ich ebenfalls diese Anzahl an Strecken fliegen musste. Aber kommen wir zuerst zum Flug von Karl. Kein Fehler im Flug, 50 Strecken. Er war gegen 1500 Uhr an der Reihe und ähnlich wie bei Franz gestern ging es thermisch nur "runter". Es scheint so als ob es um diese Zeit einen Einbruch gibt, nachdem den ganzen Tag die Sonne den Boden aufheizt, herrscht wohl ein Flächendeckendes Hitzegleichgewicht. Und so war es uns leider nicht möglich im Energielimit zu bleiben um den Zeitflug zu vollenden. Damit rutschte Karl in der Gesamtwertung auf Rang 8.

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Ich starte gerade Karl's Speefire 2

Der Nervenkitzel in den Vorbewerben der WMs ist besonders groß, da jeder weiß, dass es keinen Streicher geben wird und so jeder Fehler direkt in die Wertung mit eingeht. Darum rutschte Karl auch gleich so weit nach hinten. Es verging ein wenig bevor ich an die Startstelle musste. Gegen 1600 Uhr fing der Wind wieder an aufzufrischen und es gab auch wieder vermehrte thermische Ablösungen. Ich versuchte ruhig zu bleiben und nicht zu sehr darauf zu achten wie viel Strecken die anderen Piloten, welche vor mir an der Reihe waren, erflogen. Ich hörte nur davon, dass das deutsche Team von Problemen geplagt wurde, welche allen Anschein nach von den neuen Loggern hervorgerufen wurde. Bei Ulbrich und Fickenscher oszillierten die Höhenruderservos um den Nullpunkt und ich war erstaunt zu hören, dass das Fliegen trotzdem möglich war. Es ist jedoch alles andere als optimal und hier möchte ich auch noch ein wenig Kritik an diesem Gerät üben. Der grundsätzliche Gedanke war ja in Ordnung, aber diese extrem kurzfristige Einführung und der begrenzte Testumfang führte zu dieser misslichen Lage für die deutschen und andere Piloten. Motoreinflüge standen am zweiten Tag fast auf der Tagesordnung und wenn einmal MEHR Motoreinflüge als Ringerl geflogen werden, dann weiß man, dass sich die Piloten auf die doch nicht unwesentliche Änderung des Steigfluges noch nicht eingestellt hatten.

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NeuLogger; Oben: Telemetrie Einheit (verbaut im Flieger); Unten: Ground Unit

Josef Mourris war auch ein der leidtragenden, er hatte min. 2 Re-Flights pro Durchgang, da er anscheinend großes Pech bei den Loggern hatte. Außerdem hatte er durch Störungen bereits zwei (!) Modellverluste zu beklagen. Kommen wir aber nun wieder zum fliegerischen Teil zurück. Ich bereitete mich vor und stellte die Visiereinrichtung von Karl, welcher er dankenswerterweise immer für uns zur Verfügung stellt, ganz leicht links von der eigentlichen A-Wendeebene ein. Oder „auf Sicherheit“ wie das so schön heißt. Für den Start kam der Wind leider nicht ideal, direkt von der B-Wende blies er mir ins Gesicht. Ich bat August (Vater von Martin) mir den Flieger im 90° Winkel zu Strecke und damit zum Wind. Dadurch sollte der Start trotzdem gelingen aber gleichzeitig kann der Steigflug so kürzer als bei Start in die Strecke gehalten werden. Kurz durchatmen und los geht’s. Erster Steiger mit 2s Motor auf einem 4er. Das braucht ungefähr 200Wmin und ist nötig um den Flieger gut zu beschleunigen (Zum Vergleich: 4er benötigen im Schnitt 120-130Wmin). Die ersten Rundenzeiten waren gut, aber nicht ideal. Würde es so weiter gehen wären "nur" 49-50 Strecken möglich. Bei den 6er sackte der Flieger auf der A-Wende extrem durch und so fehlte mir die Höhe auf den letzten beiden Strecken. Ich musste die ersten A- Wende weicher fliegen um die Geschwindigkeit und Höhe halten zu können. Langsam wurden die Rundenzeiten besser. Unter 15s für die 4er und unter 23 Sekunden für die 6er. Das ist normalerweise für 52 Strecken gut, da ich aber etwas aufzuholen hatte, hatte ich die 51 Strecken und den möglichen Gesamtsieg wieder fest im Blick. Ich wurde nervös(er) und fing an unkonzentriert zu werden da meine Gedanken abschweiften. Ich dachte an einen möglicherweise sehr energieintensiven Zeitflug (wie bei Karl). Und da passierte es: KEIN SINGAL von der B-Wende. Da war das Ringerl, dass ich so sehr versuchte zu vermeiden. Verdammt. In der Hitze des Gefechts machte ich dann WIEDER den Fehler, dass ich aus dem 6er einen 4er machte. Und wieder musste ich im letzten Steiger sehr hoch (180m) steigen um dieses Mal einen 8er zu fliegen. Ich bin zwar noch nie einen geflogen, aber hey, es ist nie zu spät damit anzufangen, speziell wenn sich während eines Bewerbs die Möglichkeit dazu ergibt . Zu meiner Überraschung funktioniert es aber sehr gut und ich konnte den 8er in 30s abfliegen (15s 4er Äquivalent). Da ich mit diesem Flugfehler meine Chance auf den Gesamtsieg verschenkte hatte ging ich nun leicht geknickt in den Zeitflug über. Außerdem wären 52 Strecken mein persönlicher Rekord gewesen. Hinzu kommt, dass ich es selbst am Knüppel hatte, niemand sonst war dafür verantwortlich zu machen. Konzentration war aber trotzdem angesagt, da ich kurz nach dem Steigflug nur Töne vom Vario zu hören bekam die starkes sinken vermuten ließen (> -1,5m/s). Gottfried teilte mir mit, dass ich bereits 1650Wmin verbraucht hatte, viel war also nicht mehr möglich. Ich flog den Platz großflächig ab und schaltete sogar in die Streckenflug Phase um, nur um schneller die abfallenden Luftfelder zu durchqueren. Nach langem zittern schlugen die Töne des Varios langsam in einen Ton um welcher steigende Luftmassen signalisierte (Piep – Piep – Piep – Piep). Und so musste ich direkt über unseren Köpfen meine Kreise ziehen. Hier konnte ich mich nun für den restlichen Zeitflug halten, aber um ehrlich zu sein war das nur aufgrund des Varios möglich. Ohne eines hat man direkt über seinem Kopf normalerweise keine Chance Thermik zu nutzen. Bei der Landung wäre ich durch den relativ starken Gegenwind fast vor dem 10m Kreis verhungert. Mit Ach und Krach kam meine Speedfire 2 aber bei 09:59.8s im innersten Kreis zum Liegen. Also wieder 1 Miese eingefahren. Ok, nicht so schlimm. Der 2. Platz war mir damit sicher und ich war in diesem Moment zwischen Glück und Ärger über mich selbst hin und hergerissen, aber wenig später sollte das Glücksgefühl dann doch die Überhand bekommen .

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Einer meiner Landeanflüge

1. und 2. Platz gingen somit nach AUT, kann das noch besser werden? Remo und Franz trennte ebenfalls nur wenige Promille vom 3. Platz. Als Remo an der Reihe war, wurde es also noch einmal richtig spannend. Er durfte nicht mehr als 49 Strecken fliegen um hinter Franz zu bleiben. Zunächst waren seine Zeiten gut und es sah eher nach 50+ aus. Aber dann passierte es auch Remo. B-Ringerl. Mit 49 Strecken flog er aus und Franz konnte sich über seinen 3. Platz freuen. Was soll ich sagen, besser hätte es nicht laufen können. Plätze 1-3 gingen also nach Österreich. Witziger weise waren die Plätze 1-3 im Lugo Cup F5D ebenfalls von nur einer Nation besetzt: Tschechien. Sie dominierte und zeigten wiederum ihre Vormachtstellung in dieser Klasse. Bemerkenswert ist, dass das österreichische Nationlteam in der Strecke absolut fehlerfrei geblieben ist. Keine Ringerl und keine Motoreinflüge. Wenn sie es schaffen sollten diese Leistung durchzuhalten, dann hab ich ganz große Hoffnung auf gute Platzierungen! Für mich total unter dem Radar hat sich der Däne Jeppe Alkearsig auf den 5. Platz nach vorne geflogen. Als ich dann auf der Ergebnisliste nachprüfte war ich doch erstaunt. Gratulation an ihn, auch er hat sich in den letzten Jahren gut gesteigert und man darf gespannt sein, was die Dänen in der Zukunft noch so zeigen werden.

Die im Anschluss geplante Siegerehrung sollte nun bald beginnen, dabei war der Bewerb immer noch im vollen Gange. Lobenswerterweise wurden 3 Durchgänge trotz der hohen Teilnehmerzahl geflogen, leider waren dadurch aber die Siegerehrung und die offizielle Eröffnung in zeitlicher Bedrängnis. Wir bauten schnell alles ab und eilten in unser Quartier zurück (~20min Fahrt in eine Richtung). Dort wurde schnell geduscht und frisches Kleidung angezogen. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zur Siegerehrung. Wäre auch blöd gewesen eine Siegerehrung zu machen bei der 2/3 nicht vorhanden sind (einziger Johannes wohnte mit seinem Wohnwagen direkt am Platz). Da die offizielle Eröffnung, welche in Lugo stattfinden sollte, schon verspätet war wurde hier am Platz nicht lange um den heißen Brei geredet. Die Top 10 beider Klassen wurden namentlich von Fabrizio Ceccarini (Event Manager) genannt und die Top 3 bekamen ihre Pokale.

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Ein wahrlich toller Moment (das Stockerl des F5B Lugo Cups)

Nach ein paar Bildern ging es dann per Auto nach Lugo. Nur wusste keiner so recht wohin man fahren musste, sodass praktisch jeder dem Auto vor sich nachgefahren ist. Ich hatte glücklicherweise Urs Schaller vor mir und da er zu den Contest Managern gehörte war ich mir sicher auf dem Richtig Weg zu sein. Nach kurzer Fahrt kamen wir dann auch in der Innenstadt von Lugo an. Auf einem großen Parkplatz direkt vor einer alten Burg durften wir dann gratis parken. In Anlehnung an den olympischen Gedanken gab es dann einen "Walk of the althetes". Jedes Team bekam ein Schild mit dessen Nation in die Hand. In alphabetischer Reihenfolge gab es dann einen kurzen Umzug um die Burg Rocca Estense um schließlich am Piazza Francesco Baracca anzukommen.

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Bilder sagen mehr als 1000 Worte oder?

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Ein paar Eindrücke vor dem "Walk of the Athletes"

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Piloten Panorama

Dort wurde jede Nation einzeln aufgerufen und begrüßt. Es gab sogar ein paar wenige italienische Schaulustige. Das Wetter war perfekt und die Sonne war gerade am Untergehen. Mit leiser dramatischer Musik im Hintergrund war die Stimmung perfekt und jeder wusste, dass es ab nun "ernst" werden würde. Nach den offiziellen Ansprachen ging es wieder nachhause um schnell etwas zu kochen. Der Tag verging wieder mal wie im Fluge und hundemüde sank ich gegen 2230 Uhr ins Bett.

3. Tag

Der Sonntag war ganz entspannt. Wir schliefen alle aus (keine Wecker) und starteten langsam in den Tag. Um 0930 Uhr war Team AUT zum Modelprocessing an der Reihe. Da ich nicht vor Ort sein musste blieb ich zuhause um diese Zeilen hier zu schreiben. Wie erwartet gab es keine Probleme. Da sich die Piloten dazu entschieden haben an diesem Tag keine Trainingsflüge durchzuführen war somit der Rest dieses Tages "frei". Ich merkte deutlich wie sich die Anspannung der letzten Tage breit machte und eine kleine Erschöpfung der übrigen Piloten eintrat. Wir entschieden uns zusammen mit Martin und seiner Familie an den Strand in Ravenna zu fahren. Die Autofahrt dorthin dauerte ungefähr 50min. Bis 1830 Uhr lagen wir am Strand und gingen das ein oder andere Mal ins Wasser. Es war wundervoll, das Meer hat so etwas Beruhigendes an sich. Diese Zeit fühlte sich an wie Urlaub, kurzzeitig vergaß ich wirklich warum wir eigentlich hier waren. Aber, dass hielt nicht lange, nach wenig Stunden traten wir dann auch schon die Heimreise an. Zuhause kochten wir uns wieder ein gutes Abendessen und ließen den Abend auf dieser schönen Ferienanlage, welche mitten in Weingärten eingebettet war, ausklingen. Die Mischung aus Italien, Sonnenuntergang, lauwarmer Sommerabend und beleuchteten Swimming Pool ist einfach unschlagbar. Morgen sollte es nun wirklich losgehen und jeder war schon auf die ersten Ergebnisse gespannt. Bis morgen.

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Franz nach einem seiner erfolgreichen Flüge im Lugo Cup (c) Foto by Heimo Stadlbauer

4.Tag

Heute ist ein wunderschöner Morgen der um 0645 Uhr begann. Bei der gestrigen Teammanager- Sitzung gab es anscheinend keine Ungereimtheiten und das obwohl im Vorfeld viel wegen dem NeuLogger hin und her geredet wurde. Das hat mich ehrlich gesagt ein wenig gewundert. Aber so ist es nun mal. Dafür ist die Startreihenfolge nun auch bekannt. Matrin Neudorfer 4, Johannes Startzinger 16, Karl Waser 25 und Franz Riegler 33. Alles schön und gut. Was das wert ist werden wir sehen. Das Wetter hier in Italien war nun eigentlich jeden Tag gleich. Mit niedrigen 20er Temperaturen und windstille starten wir in den Tag, bis zum Nachmittag wurde es immer heißer und windiger.

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Günther beim hissen der österreichischen Flagge

1. WM Durchgang

An den Piloten vor Martin konnte man erkennen, dass die Luft noch etwas "zäh" ist. Aber er flog es cool herunter und hatte 45 Strecken auf der Uhr. Thermisch war großflächiges fliegen angesagt, damit vermeidet man den Verlust an Höhe den man durch ständiges kreisen verliert. 3 Minuten vor Ablauf der Zeit musste er noch einmal kurz den Motor einschalten. 2 Miese und 1580Wmin. Der fehlerfreie Start war damit geglückt. Gerben war einer der nächsten Favoriten. 47 Strecken mit B-Ringerl für ihn, schade. Er erhoffte sich wohl mehr und wurde an der B Wende zu eng. Christian Ulbrich hatte einen Motor-Einflug und zähe Luft: 46 Strecken. Nun war der zweite Österreicher an der Reihe: Hannes Startzinger mit Startnummer 16. Es war nun gegen 1100 Uhr und der Boden hatte sich schon ein bisschen aufgeheizt, damit wurde die Luft in der Strecke auch schneller. Er war wieder einmal verdammt schnell. Somit startete er mit 50 Strecken in die WM. Gleich 3 mehr als der 2. Beste zu diesem Zeitpunkt. Dafür beendete er die Landung mit 5 Miesen (2 zu früh und 3 Motor).

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Gottfried (Teammanager) schaut ob auch alles seinen geordneten Gang geht (c) Foto by Heimo Stadlbauer

Karl flog 48 Strecken, dafür nur 1 Miese. Thermisch ging es bei ihm gut nach oben, war also kein Problem und mit 1590 verbrauchten Wmin ist da noch etwas Luft nach oben. Wolf Fickenscher zeigte ebenfalls einen fehlerfreien Flug, auch 48. Mehr geht im Moment einfach nicht. Bei Franz gab es ein Problem mit dem Logger, sodass anstelle von 48, 45 Strecken auf der Uhr standen. Vor dem nächsten Durchgang wird er also einen Re-Flight bekommen. Bei Remo Frattini's Flug gab es erneut ein Problem beim Logger. Nach dem die Offiziellen aber bis jetzt noch keinen Fehler gefunden haben, wurde ein Streckenflug mit 49 und 1070Wmin eingetragen. Das letzte Wort wurde hier aber noch nicht gesprochen, da hier noch diskutiert wird.
Ich muss meine Aussage über das Wetter von vorhin revidieren. Also die Temperaturen sind heute wirklich um einiges höher als an den vergangen Tagen. Das zehrt wirklich an den Kräften. Ob die Zunahme der Flugfehler mit der Hitze oder mit dem Start der WM zu begründen ist, kann ich nicht sagen . Franz erflog im Re-Flight 47 Strecken und das trotz B-Ringerl. Die Landung war leider auch ein wenig zu spät. 4 Miese in Summe.

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Martin Neudorfer beim einlernen seiner Anlage

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Team USA: Keesaman Jeffrey, Neu Steve, Keer Lenny und der Junior Liddy Patrick (c) Foto by Heimo Stadlbauer

2. WM Durchgang

Nun ging es mit dem 2. Durchgang weiter. Martin zeigte wieder einen tollen Flug in der Strecke. Eine der A-Wenden drohte zu kurz zu werden, da drückte er ihn ganz cool mit etwas Tiefenruder nach außen und bekam das gültige A-Signal. So etwas hab ich noch nicht gesehen, aber er meinte danach, dass das in der F3F Szene sei Gang und Gebe sei und da er von dieser Ecke kommt hatte er das sicher schon ein bis zwei Mal gemacht. 46 Stecken waren es also für ihn in diesem Durchgang. Thermisch war leider kaum Unterstützung zu finden und so musste er zwei Mal den Motor als Aufstiegshilfe verwenden. Aber alles innerhalb des Energielimits und damit keine große Sache. Christian Ulbrich konnte 48 mal hin und her fliegen. Hannes erwischte es ein wenig besser und konnte einen drauf legen. Damit flog er 49 mal die Strecke von A nach B ab. Nachdem er in der ersten Runde bereits den 1000er holte legte er wieder gut vor. 49 war bisher noch keiner geflogen. Thermisch war es wieder ein Kampf. Nachdem er bereits ein weiteres Mal mit Motor gestiegen war und nur mehr 1min Zeitflug vor sich hatte, könnte man meinen, dass die 70m Höhe die er noch hatte leicht ausreichend sein sollten. In diesem Moment herrschten aber gerade starken Abwinde, sodass er große Mühen hatte überhaupt eine saubere Landeeinteilung vorzunehmen. 5 Miese wiederum.

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Hannes auf dem zu einem seiner Flüge. An seiner Seite ist August Greifeneder

Weiter geht es mit Karl. Solide 48 Strecken für ihn und wieder mit 0s Motor bei 10.00min gelandet. Somit nur 5 Punkte auf Hannes verloren. Wolf Fickenscher hatte in diesem Durchgang Probleme beim Antrieb zu beklagen und musste gleich nach dem Streckenflug landen (Nachtrag: Schuld war ein geplatzter Rotor). Das ist wohl sein erster Streicher und das bereits im zweiten Durchgang. Bitter für ihn. Weiter geht es mit Franz, aber heute ist leider nicht sein Tag. Wiederrum ein B-Ringerl und bei der Landung hob ihn eine Böe aus dem sonst perfekten Landeanflug. So blieb er im 20m Kreis liegen, da es nicht mehr möglich war den Kurs der Maschine so schnell zu ändern. Remo's Nerven schienen auch zu flattern, da er in diesem Durchgang ganze 3 Ringerl flog und 20 Sekunden vor dem Ende der 200s aus der Strecke ausflog waren alle ziemlich verwirrt, was da passierte, denn auf der Uhr standen gerade einmal 43 Strecken. Den Zeitflug beendete er danach regulär. Was genau da passiert ist, weiß ich nicht. Muss wohl ein Fehler seiner Helfer gewesen sein, ähnlich zu Buzău von vor 4 Jahren. Dort landete Alessandro Mossa ebenfalls 1min zu früh, nach dem ihm der 1000er eigentlich sicher gewesen wäre. Am Ende des zweiten Durchganges gab es noch weitere Re-Flights von Piermario und Thomas W., auch sie warfen die Nerven zu früh weg und folgen einige Ringerl.
Zuhause angekommen kochten wir uns wieder ein gutes Essen und gingen um 2200 Uhr noch kurz in den Pool den es hier in der Anlage gibt. Nach so einem heißen Tag war es eine willkommene Abkühlung.

5. Tag

Neuer Tag neues Glück. Da sich über 2 Durchgänge hinweg nichts an der Startreihenfolge geändert hat, wird es heute eine neue Startreihenfolge geben. Sollte sich am Wetter heute nichts ändern, könnte das einen leichten Nachteil für die Österreicher bedeuten. Wenn ich an gestern zurück denke, dann ist über die Mittagszeit hinweg niemand mehr als 48 Strecken geflogen. Wir werden sehen. Zu aller erst gibt es ein gutes Frühstück und dann geht es ab auf den Platz.

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Gibt es einen besseren Ort um zu frühstücken?

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Eindrücke von unserer Unterkunft

Kurz nach 0800 Uhr stand dann auch Karl in unserer gemeinsamen Küche um sich für den Tag zu stärken. Er erzählte mir noch von den gestrigen Ereignissen (da ich vor ihm den Platz verlassen hatte). Anscheinend bekam Remo für den Flug im zweiten Durchgang wieder einen Re-flight und so konnte er seine 43 Strecken noch auf 48 ausbessern. Zusätzlich wurde von der Jury aber dann doch entschieden, dass er den Flug des ersten Durchganges ebenso wiederholen müsse nachdem der Logger nicht richtig funktionierte. Dieser Re-Flight sollte aber erst heute stattfinden. In dem reduzierte er dann seine 49 Strecken vom ersten Durchgang auf 47 und fiel in der Rangliste weiter zurück.

3. WM Durchgang

Da sich die Startreihenfolge verändert wurde hatten wir ein wenig Zeit bevor es mit den ersten Österreichern losging. Hannes war im Moment auf dem ersten Platz. Gefolgt von Karl. Franz war ein wenig abgeschlagen, aber noch nix tragisches. Es sieht so aus als ob das Wetter uns heute wieder diese Hitze von gestern beschert. Nach einer 15min Pause ging es mit Martin los. Er kommt immer besser in den Wettbewerb und konnte 47 Strecken erfliegen. Zu diesem Zeitpunkt wäre es sogar eine 990er Wertung gewesen, also richtig gut. Als Franz an der Reihe war hatte er gute Bedingungen. 50 Strecken für ihn, thermisch ging es gut, auch die Landung passte einwandfrei. Bei Karl lief es noch besser, trotz eines etwas zahmeren Setups als gestern flog er 51 Strecken. Der Zeitflug war wirklich anspruchsvoll, da es praktisch nirgends "ging". Da er von der Energie her aber Reserven hatte konnte er ganz entspannt noch einmal den nötigen Steigflug absolvieren. Die Landung endete bei 9:59.8 fast genau im Mittelpunkt. Da unsere Glückssträhne nicht abzureißen scheinte, legte Hannes natürlich noch einmal einen oben drauf: 52 Strecken. Zu anfangs sah es eher nach 50 Strecken aus, aber er meinte danach selbst, dass er erst nach 3 Steigern in seinen Rhythmus gefunden hatte. Um den Rückstand aufzuholen flog er den schnellste 6er den ich je gesehen habe (21,6s). Einfach ohne Worte. Den Rest erledigte er ohne weitere Probleme. Was für ein erfolgreicher Durchgang für die Österreicher. Hannes 1000er, Karl 990er und Franz 980er Wertung, alle anderen Piloten hatten 970er Wertungen und darunter. Damit machten wir im Team einiges an Boden gut, aber auch die Einzelwertungen waren exzellent. Die Anzahl der Re-Flights nimmt nun auch schön langsam ab, alles spielt sich langsam ein. Weiter so Team AUT.


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Hier ein Bild des "Besucher Zeltes". Es wurde auch häufig von unseren Piloten genutzt, speziell in den Pause, wenn sie ein wenig mehr Ruhe wollten. Interessanterweise war es dort auch kühler, als in unserer Zeltstadt.

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Wenn nicht gerade Pause war, wurde von unserem Hauptzelt aus, mit den Piloten mitgefiebert

Der nächste Durchgang beginnt um 1445 Uhr und da sich an der Startreihenfolge nichts geändert hat, werden wir wohl erst so gegen 17 - 18 Uhr fliegen.
Das lässt mir ein wenig Zeit um über die Setups zu berichten. Geflogen werden Speedfire 2 (Karl, Franz, uvm...), Avionik B14, Avionik B15/16 (Hannes und der Großteil der restlichen Piloten) und FlipFlop 6 (Team JPN, Remo und Wolf). Meiner bescheidenen Meinung nach ist von der Leistungsfähigkeit dieser Flugzeuge kein großer Unterschied auszumachen. Es entscheidet immer noch das Können des Piloten wie gut er abschneidet. Bezüglich der Antriebe werden Plettenberg (Evo 30, Evo 40), NeuMotor (1512 und 1515), Leomotion (4031 und 4038) und JetiPhasor (2035) eingesetzt. Angesteuert werden diese von YGE 200HV, YGE 150HV, Castle ICE2 160HV, Jeti Mezon 135 lite oder gar von Eigenbau- Reglern (darüber gibt es einen tollen Thread auf rc-groups [Englisch] von Josef Mouris der diesen Regler entworfen hat). Soweit ich informiert bin gibt es praktisch nur mehr HV (>6S) Setups. Hier wird dafür alles quer durch die Bank gefllogen (7S, 8S, 9S und 10S). Bei den Akkus kommen ebenso eine Fülle an unterschiedlichen Marken zum Einsatz. Angefangen bei Turnigy Graphene bis hin zu SLS über die Ultima Serie von Lindinger. Also die Quintessenz die man daraus ziehen kann ist, dass viele Wege nach Rom führen. Karl und Johannes haben zwei Grundverschiedene Setups (Hannes 7S und Karl 10S, Hannes Avionik B15/16 und Karl Speedfire 2) und trotzdem trennen sie sich von den Punkten her kaum. Über die Propeller tue ich mir schwerer zu berichten, da quasi von etwas Entfernung alle Propeller gleich aussehen. Aber ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass hier zum Großteil Sergey Propeller zum Einsatz kommen oder auch Georgi Mirov Propeller. Aber auch hier gibt es wiederum Eigenbauten. Welcher exakte Propeller (Durchmesser, Steigung) dann wirklich eingesetzt wird ist dann natürlich abhängig vom jeweiligen Motor.

4. WM Durchgang

Durch die 0er Wertung im 2. Durchgang war Wolf Fickenscher sehr früh an der Reihe. Für Wolf lief es meiner Meinung nach aber auch nicht so Rund. Die Einflüge waren nicht so exakt und meist nicht ganz parallel zur Sicherheitslinie, so kannte ich ihn gar nicht. Normalerweise konnte man die Strecke nach seinem Flug ausrichten, so exakt war der . In der ersten Hälfte des 4. Durchganges gab es dann eine kurze Schrecksekunde, da eine Cessana 182 tief und langsam über den Platz flog. Zum Glück gab es keine gröberen Zwischenfälle, sodass nur ein Pilot seinen Flug abbrechen musste. Was wir bis dato ebenfalls nicht hatten, war, dass der Himmel von dermaßen vielen Arten von Wolken zur selben Zeit bedeckt war (Cirrus, Cumulus, Stratus, etc.). Leider hab ich kein Bild dazu. Am Anfang der zweiten Hälfte baute sich im Süd-Westen des Flugfeldes zusätzlich eine Gewitterwolke auf. Glücklicherweise kam kein Niederschlag und der Wettbewerb wurde nur durch die wiederkehrende Cessna 182 erneut unterbrochen. Nun war aber Martin an der Reihe, auch er wollte es heute wissen und wurde ein wenig zu gierig für die Wetterverhältnisse. Dabei flog er das B-Ringerl so eng, dass er es wiederholen musste, da er zu kurz war beim Umdrehen. Dazu kam das er sich bei der letzten B-Wende von einem 4er befand, damit war jegliche Geschwindigkeit weg und so kostete die letzte Strecke zur A immens viel Zeit. Der Rest war gut. Das war somit sein Streicher und völlig ok. Franz blieb wieder Fehlerfrei (tolle Steigerung im Vergleich zu gestern) und hatte 48 Strecken. Zeitflug und Landung war gut. Karl konnte eine zusätzliche Strecke herauskitzeln. Der Zeitflug war wieder einmal sehr anspruchsvoll. Direkt über unseren Köpfen gab es ganz zarte Aufwinde welche er nutzen konnte. Kurz vor der Landung war klar, dass Karl den Motor noch einmal benötigen wird. Auf der offiziellen Uhr standen 1,2 Motorsekunden. Nach kurzer Beratung war klar, dass Karl versuchen wird unter den 2 Motorsekunden zu bleiben. Mit zusätzlichen 0,6s schaffte er es dann auch sich die eine Miese zu ersparen . Die gewonnene Höhe reichte nun auch aus um einen guten Landeanflug anzusetzen. Die Landung endete bei 10:00. Also nur die eine Miese. Thomas Wäckerlin hatte in der Zwischenzeit gutes Wetter und erflog sogar 50 Strecken. Fehlerfrei. Das sollte der 1000er für ihn sein. Hannes stellte die 49 Strecken von Karl ein und konnte seine Führung damit weiter festigen, nur Thomas konnte in dieser Runde ein wenig Boden gut machen. Die deutschen zeigten auch wieder was ihnen steckte. Christian Ulbrich ließ mit 49 Strecken wiederum aufhorchen. Nach dem er den Empfänger gewechselt hatte verschwanden auch die Probleme mit dem oszillierenden Höhenruderservo, damit war er nun auch wieder brandgefährlich. Wolf schien sein Problem auch beseitigt zu haben. Die deutschen waren somit wieder voll funktionsfähig und bliesen zum Angriff. Wie schon im Lugo Cup ließ der Australier Flatt Keith weiterhin aufhorchen. Mittlerweile befand er sich immernoch unter den Top 5 und das nach gut der Hälfte der WM. Mit ihm hat wohl keiner gerechnet, aber er konnte ebenfalls viele Strecken in seinen Wertungen aufnehmen. Lediglich bei den Landungen und im Thermikflug war er noch nicht ganz weltmeisterlich, da er immer nur kurz stieg und das mit verminderter Leistung. So hatte er meistens viele Motorsekunden und manchmal auch noch zu viel Energie eingesetzt, was seine Wertungen drastisch verschlächterte. Der Italiener Remo Frattini musste in diesem Durchgang wieder auf der B umdrehen, da er zu kurz geflogen war. 49 Strecken für ihn. Jedoch benötigte er 72 Wmin zu viel und so war der gute Flug um einiges schlechter (24 Miese).
Nach den regulären Startern gab es heute 6 Re-Flights (!). Das Zwischenergebnis im Moment lautet nach der Hälfte der Durchgänge: 1. Johannes, 2. Karl, 6. Franz und Martin war auf Platz 22. Da weder Johannes noch Karl einen Streicher hatte, waren wir guter Dinge und konnte mit einem guten Gefühl vom Platz gehen. Wir fuhren gegen 1930 Uhr nachhause und aßen auf unserer kleinen Terrasse zusammen mit den Waser's zu Abend. Danach ging es auch schnell ins Bett !

Weitere Impressionen:
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Ein wunderschöner Sonnenaufgang

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Der Heldenplatz (Piazza Francesco Baracca) an dem die Siegerehrung stattfand

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Schön Andächtig!

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Nationen Panorama
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