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Circumvolare Simplex

Rezension: Sonderheft "Multicopter" vom Neckar Verlag

Bewertung: 2 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,00.
Name:  nv_multikopter_01.JPG
Hits: 7122
Größe:  27,6 KBIst euch das auch schon passiert? Da nimmt mich eines Tages ein des Modellflugs gänzlich unverdächtiger Nachbar zur Seite und stellt Fragen: zu Fernsteuerungen, Akkus, Ladegeräten..
Denn der Gute ist ambitionierter Hobbyfotograf. Und wie auch viele seiner Kollegen hat er sich mit so einer art Multikopter-Virus infiziert.

Es war Anno 2002 auf der Inter-Ex, als ich erstmals die von Stefan Dolch vorgeführte "Tribelle" gesehen habe. Die Idee alleine war natürlich faszinierend, wenn auch der fliegerische Anspruch beim Hin- und Herschweben zu wünschen übrig ließ. Von Zuladung war damals noch keine Rede, genausowenig wie von GPS-gesteuerter Flugprofilprogrammierung.

Ganz anders als heute. Und genau diese Kombination von Eigenschaften ist es, die solche fliegenden Plattformen für Nicht-Modellflieger wie z.B. Fotografen interessant machen. Daher interessieren sich plötzlich Leute für unser Hobby, von denen man das gar nicht angenommen hätte.
Zwar geht es denen weniger um das Fliegen an sich (bei Multikoptern wäre die Bezeichnung "Bewegen in der Luft" zutreffender), aber die Technik ist identisch mit allem, was man als Modellflieger im Keller hat.

So wendet sich das Modell-Sonderheft "Multicopter" auch weniger an Multikopter-Spezialisten, sondern in erster Linie an Einsteiger in die Materie, auch an die, die modellfliegerisch nicht vorbelastet sind.
Daher befaßt sich eine Hälfte des Inhalts mit Grundlagen, einschließlich aktueller Akkus, Ladetechnik und Fernsteuerungen, und einer kleinen "Flugschule".
Dann aber gehts zur Sache. Vier Multikopter unterschiedlicher Klassen werden ausführlich mit ihren jeweiligen Einsatzmöglichkeiten behandelt. Das beginnt beim Blade mQX von Horizon zum preiswerten Einsteigen, Lernen und Spaß haben, geht über Graupners Quadflyer 330x und Staufenbiels Dymond LQX 580, die schon eine gewisse Zuladung erlauben, bis zu einem Oktokopter-Projekt auf Mikrokopter-Basis als professionellem Kameraträger.
Stets wird dabei auf Erweiterungsmöglichkeiten und die Anwendung als Kameraträger eingegangen, was das "Multicopter"-Heft sicher auch für diejenigen interessant macht, die sich schon mit dem Thema beschäftigt haben.
An dieser Stelle muß ich mal Stephan zu Hohenlohe herausheben, der sich als Profi-Fotograf schon lange mit dem Thema befasst, und von dessen Kenntnissen man hier wirklich profitieren kann.

Abgerundet wird das Sonderheft durch einen (wirklich wichtigen und fundierten!) Artikel von Walter Felling zur rechtlichen Situation. Einmal geht es darum, wer, was, wo und wann aus der Luft gefilmt werden darf. Insbesondere für Quereinsteiger, die aus der Fotografie kommen, ist es aber wichtig zu wissen, warum ein Multikopter nicht einfach ein schwebendes Stativ, sondern ein Luftfahrzeug ist, das dem Luftrecht unterliegt, wann eine Aufstiegsgenehmigung benötigt wird und was in bezug auf Versicherungen zu beachten ist.

Ein klein wenig Kritik habe ich aber auch. Mit dem zweifellos niedlichen QG 550 von Revell und dem Bericht über das manntragende Kopterprojekt ist mir die Thematik etwas zu sehr nach klein und groß ausgedehnt. Da hätte ich mir eher einen Bericht über die aktuell für Multikopter geeigneten Kamerasysteme gewünscht.

Fazit:
Das Modell-Sonderheft "Multicopter" vom März 2013 bietet durchgehend hochinteressante und aktuelle Informationen für Neu- und Quereinsteiger in die Materie. Auch für den, der von einer Klasse in die Nächste wechseln will, ist es sicherlich lesenswert, ebenso für jeden, der sich für Luftaufnahmen interessiert. Ich werde es auf jeden Fall meinem Nachbarn empfehlen

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Aktualisiert: 27.02.2013 um 21:58 von Ulrich Horn

Stichworte: multikopter Stichworte bearbeiten
Kategorien
Technik , Meinung

Kommentare

  1. Avatar von Dirosign
    Hallo Ulrich,

    danke für den Tipp.
    Das nächste mal bitte gleich mit Link zum Heft