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freshNfunky

Aerodynamischer Auftrieb bis heute ein Mysterium?

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In Anbetracht dessen dass wir tagtäglich das Prinzip anwenden ob als Modellbauer oder wenn wir selbst eine Passagiermaschine betreten, mag diese Frage erstmal merkwürdig klingen. Denn bereits in der Schule hat jeder zweite von uns gelernt, dass der Auftrieb dadurch zustande kommt, dass die Luft die über einen Flügel strömt einen längeren Weg zurück legen muss als die Luft darunter. Weil das so ist muss sich die Luft oben beeilen, damit sie hinterher wieder im Gleichauf mit der Luft von der Unterseite ist. Nach dem Strömungsgesetz von Bernoulli entsteht durch die Geschwindigkeitsdifferenz der Strömung ein Druckunterschied.
Die Fachmänner unter Uns wissen, daß diese Theorie veraltet ist und man mittlerweile andere Theorien entwickelt hat, wie die Kutta-bedingung bzw. Rotationstheorie oder neuerdings newtonsche Ansätze. Dennoch wird aus Forschungkreisen immer noch zugegeben, daß Auftrieb etwas ist, was "wir hinnehmen müssen aber nicht erklären können".
Besonders zentrale Rolle scheint hier das Strömungsgesetz von Bernoulli zu spielen. Von dem man bis heute der Ansicht ist, daß es bei dem Auftrieb außerhalb der Grenzschicht seine Gültigkeit hat. An diesem Dogma wird bis heute nicht gerüttelt...
Was aber wäre, wenn genau aus diesem Grund das Phänomen aerodynamischer Auftrieb ein Mysterium bleibt. Weil der Auftrieb vielleicht gar nicht darüber zu erklären ist?

Dieses nachfolgende Video möchte an diesem Dogma rütteln und hat umfangreiche Argumente zu liefern warum das Strömungsgesetz von Bernoulli grundlegend falsch interpretiert wird und das von Großmeister Bernoulli selbst:


Folgende Thesen werden aufgestellt.
  1. Bernoulli widerspricht den newtonschen Axiomen
  2. Bernoulli widerspricht dem hydraulischen Gesetz
  3. Ein Körper kann sich nicht selbst zu spontaner Bewegung verhelfen. Laut Bernoulli wäre das aber zum passieren der Engstelle in seinen Staurohrversuchen und nach seiner Erklärung notwendig.
  4. Die Analogie zur Energieerhaltung aus mechanischen Systeme im Gravitationsfeld funktioniert nicht da das Gravitationsfeld ein externes Kraftfeld ist
  5. Die Messung aus dem Versuch falsch interpretiert wird, da die Messvorrichtung selbst nicht als teil des Systems angesehen wurde, welche im Ergebnis jedoch ursächlich ist für das beobachtete Phänomen selbst ist.
  6. Der dynamische Druck ist ein Trägheitsphänomen in der Messvorrichtung.
  7. Die Energieerhaltung wird erst dadurch korrekt indem man berücksichtigt, dass diese im Diffusor im kinetischen Zustand in Form von Wirbeln erhalten bleibt.
  8. Es kann die Energie nicht zurück in potentielle Energie umgewandelt werden (Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik)
  9. Ohne ein kontinuierlichen Druckabfall im Fluid über die Gesamtstrecke keine Beschleunigung, da ansonsten 3 newtonsches Axiom des Kräftegleichgewichts verletzt wäre.
  10. Der Bernoulli Effekt müsste eigentlich "Münchhausen Effekt" heißen. Da er selbige Physik predigt.


Wird der Auftrieb hingegen mit einer Kombi aus Newton und Vakuum erklärt, lassen sich alle Phänomene damit beschreiben:
  • Strömungsabrisse
  • Turbulenz
  • Grenzschicht
  • Viskose Reibung
  • Turbulente Reibung


Es ist wie mit Kopernikus: Warum muss man krampfhaft die Erde zum Zentrum der Welt erklären wenn sie es gar nicht ist. Und schon wird alles kausal und einfach erklärbar. So auch beim aerodynamischen Auftrieb.

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Kategorien
Modellflug , Flugsport , Technik

Kommentare

  1. Avatar von elektroernie
    Servus
    1. Bernoulli in der dargestellten Form gilt nur für reibungsfreie und inkompresible Strömung
    2. Je nachdem, wie energiereich eine Strömung ist, kann sie einen Druckanstieg (bei divergierender Strömung) mirmachen oder sie löst sich unter Wirbelbildung ab. Das ist nichts Neues und widerspricht nicht Bernoulli.
    3. Anstatt einem schlechten Bernoulli wird ein mysteriöses Vakuum postuliert. Mit Bernoullli kann ich rechnen, mit einem mysteriösen Vakuum eher nicht.
    4 Wenn ich ein physkalisches Phänomen einschließlich der dazu erforderlichen Messmethode bezweifle, kann ich grundsätzlich alles in Frage stellen. Also wenn ein Thermometer keine Temperatur anzeigt, erzeugt die Sonne auch keine Wärme.
    5.Das Ganze trägt zurm Verständnis des Auftriebs noch weniger bei, als Bernoulli, Newton und Kutta zusammen.
    6. Nach Ansicht des Autors dürften dann alle Rohrleitungssystem, Druckverluste etc, die ich in den letzten 30 Jahre desinged habe, nicht funktionieren. Oder fun ktionieren sie nur, weil ich ständig mit der falschen Methode messe bzw die Messmethode ein Teil des Fehlers ist?
    7. Die Rückströmklappen sind, glaub ich mindestens 70 Jahre alt. Nur gebracht hats nichts. Man legt kein Flugzeug hauptsächlich für Pilotenfehler aus.

    Kann sein, dass ich den ganzen Vortrag, bei dem es wohl primär um Schnellsprechen und mysteriöse Folien ging, nicht richtig verstanden hab.Trotzdem würde ich gerne mal die Auftriebsentstehung richtig verstehen. Es gibt immer die drei Erklärungsversuche: die anschauliche, die wahrscheinliche und die mathematische. Nur zusammen passt das Ganze nicht. Und das ist der Punkt, bei dem ich mit dem Autor übereinstimme.
    Gruß
    Ernst
  2. Avatar von elektroernie
    Servus
    http://www.dlr.de/at/Portaldata/2/Re...tion_meyer.pdf
    ist eine Promotionsarbeit, die sich ausführlich mit den Rückströmklappen beschäftigt.
    Gruß
    Ernst
  3. Avatar von freshNfunky
    Hi Ernst,

    Zu deinen Punkten:
    1.) Die Idee von Bernoulli und der Konversion zwischen kinetischer und potentieller Energie kommt aus der klassischen Mechanik der schiefen ebene in einem Gravitationsfeld und nimmt an, dass in der Engstelle sich ein lokal begrenztes Beschleunigungsfeld ergibt:


    Das Problem nur: Ein Gravitationsfeld ist ein EXTERNES Feld das erlaubt das sich Körper in ihm spontan ohne zusätzliche Kraft in Bewegung versetzen.
    Das Vektorfeld bei Bernoulli hat jedoch keinerlei Ursache = Widerspruch zum 3. newtonschen Axiom.
    Es wird hiermit behauptet ein Körper erfährt eine Beschleunigung aufgrund einer ENGSTELLE mittels eines Feldes (dass er auch noch selbst erzeugt) und dessen Kräfte sich zudem nicht ausgleichen, wie das normalerweise in der technischen Mechanik der Fall sein sollte.
    Das wäre so wie wenn sich Baron von Münchhausen selbst aus dem Sumpf ziehen würde.

    Richtig wäre:
    - Beschleunigung erzeugt einen Druckabfall (aktio=reaktio). Da es zu einem Druckabfall zwischen dem Bereich vor und nach der Engstelle kommt.
    Ohne Druckdifferenz gleichen sich die Kräfte aus = Keine Bewegung.
    - Durch der Druckabfall entsteht nach der Energieerhaltung überschüssige Energie = Wirbel

    2.) Ablösung durch Wirbel wird nach Reynolds statistisch ermittelt. Die Ursache ist jedoch die viskose Dämpfung unterhalb gewisser Scherkräfte pro Volumen
    kann die Viskosität die Kräftedifferenz noch dämpfen. Es kommt infolge der inhomogenen Statik innerhalb des Volumens zu Spannungspunkten. die Viskosität dämpft diese
    Spannungspunkte und verteilt die Spannung im Umfeld.
    Übersteigen diese Scherkräfte diese Dämpfungskräfte eines Fluids kollabiert die Strömung in Wirbel. Spannungen werden abrupt aufgelöst da turbulente Reibung per se niedriger ist als viskose Scherung (jedoch sich im Betrag mehr verstärkt)

    3.) Das hier ist kein mysteriöses Vakuum sondern Trägkeit + Athmosphärisches Druckpotential (=1 bar) = NEWTON
    Was du mit Bernoulli rechnest ist jedoch reine Fiktion. Die Differenz vor und nach der Engstelle bei Bernoulli zwischen Rechnung und Beobachtung wird nur gern vorschnell als mysteriöse Turbulenz abgetan oder Reibungsverlust etc. Die begründung ist jedoch mechanisch falsch. Alles was nicht in's Bild passt wird eben falsch idealisiert und damit stimmt das Strömungsmodell schon mal gar nicht mit der Realität überein.

    - Mit dem obigen Modell kann ich Wirbel mechanisch beschreiben
    - mit Bernoulli nicht
    - bzw. es wird ein Idealzustand einer Strömung (wirbelfrei) vorausgesetzt den es nach Newton gar nicht geben darf.

    4.) Bei der Messung von Drücken in einer Strömung werden grundsätzlich ausgeschlossen dass diese Teil des Systems sind und somit zur wechselwirkung im fluid einen Beitrag leistet.
    es gibt zahlreiche Messtheorien insb. in der Quantentheorie die sehr wohl zu dem Schluss kommen, dass keine Beobachtung ohne Beeinflussung möglich ist.
    Was jedoch vergessen wird ist: das die Messvorrichtung ein Venturi-Ventil darstellt womit sich über die Impulserhaltung nachweisen lässt dass es hier zu Wechselwirkungen im Fluid kommt welche jedoch nicht berücksichtigt werden. Daher erfolgt eine falsche Interpretation des MESSVERFAHRENS.


    5.) Das ist alles technische Mechanik nach Newton: AthmosphärischesDruckpotential - Trägheit = Auftrieb
    Das kann alles bisher mysteriöse in der Aerodynamik beschreiben:
    - Strömungsabrisse
    - Reibung
    - Wirbel
    - Auftrieb
    - Fraktale Kräfteverteilung in Fluiden und Festkörpern
    - Verstärkung von Information in Materie
    - Emergenz
    uvam.

    6.) Die Frage ist doch eher, nur weil etwas mit dem vorhandenen wissen bestmöglich funktioniert muss es deswegen nicht sein, dass es mit einem anderen wissen nicht etwa besser funktionieren kann?
    mit dem geozentrischen Weltbild konnte man teilweise Planetenbahnen besser berechnen als mit Kopernikus... Erst mit der Ekliptik von Kepler wurde das heliozentrische Weltbild besser beschreibbar.
    Wir heute wissen, dass das geozentrische Weltbild ein Irrtum war... Warum sollte es mit anderen Dogmen nicht genauso sein,
    wenn diese nicht in der Lage sind alle Widersprüche zu beseitigen? Sonst würde das dem aufklärerischen Geist der Wissenschaft widersprechen
    ... und Galileo sagte schon: "es gibt keine Wahrheit außer der mathematischen."
    Warum also an etwas festhalten was sich nicht widerspruchsfrei mit den alten Methoden beschreiben lässt - aber mit den neuen

    7.)
    - Die Rückstromklappen wurden erst Anfang der 90er Jahre erforscht davor gibt es keine Literatureinträge
    - Derzeit gibt es kein patent das älter ist als 2011
    - In der hier angewandten Form wird es zusätzlich zur Ausformung des idealen Profils verwendet dass die Grenzschicht optimiert.
    - Die Berliner Bioniker wollten damit lediglich Strömungsabrisse kontrollieren.
    - Dazu wurde eine ungünstige Konstruktion gewählt welche die Effizienz nur bedingt steigert.
    - Anhand dieser hier gemachten Ableitung wird die folgerichtige Anwendung jedoch verständlicher

    FAZIT:
    Auftrieb ist demzufolge ein Wirbel der an seiner vollständigen Ausbildung gehindert wird. Der Flüge reitet damit im Zentrum eines unvollständigen Wirbels.
    Die Parallelen zu Kutta sind demzufolge in der Analogie vorhanden, jedoch können sie so mechanisch nach Newton begründet werden und nicht allein anhand eines fiktiven mathematischen Modells.
    - Kutta kann keine kausale Ursache für die Rotation liefern, sie wird schlicht angenommen.
    - dazu gilt seine Bedingung nicht wirklich weil es real gar keine derart ideale Zustände gibt
    - Die Kutta-Bedingung ist vom Flettner Rotor abgeleitet, welcher die Ablenkung primär über die Grenzschichtreibung erzeugt.
    - Es lassen sich mit Kutta keine Strömungsabrisse beschreiben (dieses Modell kann es!)
  4. Avatar von Gast_8624
    warum der Bernouili immer falsch interpretiert wird wenn es um den Auftrieb geht, hier kann man es schon längst nachlesen:

    http://user.uni-frankfurt.de/~weltner/

    Vereinfacht ausgedrückt entsteht diese falsche Sichtweise dadurch, dass man es gewohnt ist, die Strömung nur längs der "Stromröhre" zu betrachten, wenn es um Bernoulli geht. Wer kennt nicht das Bild der sich verengenden Stromröhre. Was sich quer zu einer Strömung abspielt, ohne Röhre, wird eigentlich nie betrachtet.

    So entsteht dann die Aussage:
    - weil die Luft auf der Oberseite der Fläche schneller strömt, entsteht (nach Bernoulli) Unterdruck ---> falsch, da wird Ursache und Wirkung verwechselt

    ---> richtig ist, es entsteht ein Unterdruck(Gebiet), siehe Prof. Weltner, in welches die Luft hinein gesaugt, und damit beschleunigt wird.

    Grüß Rolf
  5. Avatar von freshNfunky
    ... ist mir bekannt. Er schrieb zwei Publikationen die das Thema behandeln:
    1. „Physics of Flight – reviewed“ Klaus Weltner 2011, University of Frankfurt (http://user.uni-frankfurt.de/~weltne...net%202011.pdf)
    2. „Misinterpretations of Bernoulli's Law“ by Klaus Weltner 2011, University of Frankfurt


    Allerdings kommt er auch der in Quelle 2. nicht zum notwendigen Schluss, dass es sich beim dynamischen
    Druck um einen Trägheitseffekt handelt der gemäß 2. Newtonschen Axiom an der Messstelle seinen Einfluss hat:


    So gesehen hängt die Messung des Drucks nicht nur von der Geschwindigkeit proportional im Quadrat ab,
    sondern auch vom Radius der (Prandtl-)Sonde Das lässt sich leicht am Wasserpegel innerhalb von
    Fließgewässern nachweisen:


    Fazit:
    Die Folgerung von Weltner ist so gesehen betreffend des Auftriebs fast richtig, Daß es sich um einen Unterdruckbereich
    auf der Flügeloberseite handelt indem die Luft "hineinbeschleunigt" wird. Es fehlt jedoch die vollständige Lösung des Widerspruchs im
    Strömungsgesetz von Bernoulli. Er grenzt nur dahingehend Phänomene, wie den Auftrieb, als bis dato zu Bernoulli zugehörig ab,
    und verwendet newtonsche Ansätze.
    Das tun im übrigen auch David Anderson und Scott Eberhardt in ihrem Buch Understanding Flight:
    http://books.google.de/books?id=wmuPXQuZnGoC
    In denen ebenfalls Auftriebs-Modelle mittels Newton vorgestellt werden. Es fehlen jedoch noch Erweiterungen für
    Strömungsabriss und Grenzschicht.

    Erweitert werden müßte Weltner, Anderson & Eberhardt dahingehend: Daß durch die Änderung des Weges einer konvexen Oberfäche
    wird in Strömungsrichtung ein Volumen frei. Würde die Luft unter keinem Druck stehen (Weltraum) würde
    dazwischen ein Vakuum klaffen. Das Druckpotential der Luft in athmosphärenbedingungen (=1 bar), wird die
    Luft zurück an die Oberfläche beschleunigt und folgt der Oberfläche mit einer geringen Latenz.
    als Gegenkraft zur Beschleunigung entsteht der Unterdruck:

    Daraus lässt sich nach Newton ein Umschlagskriterium für einen Strömungsabriss formulieren:
    ist der anstellwinkel klein genug sind die Radien der Umströmung aufgrund der Zentripetalen Ablenkung zu groß
    um die Unterdrücke in dem Unterdruckbereich über dem Flügel auszugleichen. Die Luft wird gezwungen der
    Oberfläche zu folgen.
    Ist hingegen der Anstellwinkel groß genug, kann die Strömung weit genug von der Oberfläche abgelöst werden,
    dass sie es in diesem Abstand schafft eine Kreisbahn in den Unterdruckbereich zu vollführen. Damit wird das
    Kräfteungleichgewicht aufgelöst. die Unterdruckblase kollabiert und löst sich als Wirbel ab.


    So gesehen ist Auftrieb problemlos mit Newton beschreibbar, wenn man das Gespenst "Dynamischer Druck" in
    den Mülleimer der physikalischen Irrtümer kickt.
  6. Avatar von Gast_8624
    Zitat Zitat von freshNfunky
    Fazit:
    Die Folgerung von Weltner ist so gesehen betreffend des Auftriebs fast richtig, Daß es sich um einen Unterdruckbereich auf der Flügeloberseite handelt indem die Luft "hineinbeschleunigt" wird. Es fehlt jedoch die vollständige Lösung des Widerspruchs im Strömungsgesetz von Bernoulli. Er grenzt nur dahingehend Phänomene, wie den Auftrieb, als bis dato zu Bernoulli zugehörig ab, und verwendet newtonsche Ansätze.
    hmm...welchen Widerspruch im Gesetz von Bernoulli meinst Du ?

    Gruß Rolf
  7. Avatar von Außenlandung
    Hallo freshNfunky,

    ja, das mit dem Auftrieb ist immer wieder spannend.

    Dein Ansatz liefert noch mal einige neue Impulse zum Nachdenken, das ist nett !

    BTW: Warum hast Du ein Blog aufgemacht und nicht einen Thread im Forum ?

    Zuallererst einmal sollten wir uns über das Wesen von Theorien einig sein:

    Theorien nehmen stets einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit und "erklären" ihn,
    indem zwischen Ursache und Wirkung unterschieden wird.
    In der Realität gibt es Ursache und Wirkung NICHT () -
    diese sind nur eine Kategorie des menschlichen Denkens.
    Deshalb gibt es auch keine absolut (= an der Realität gemessen) "richtigen" und "falschen" Theorien -
    eine Theorie ist immer eine Vereinfachung der Realität.
    Sie ist dann die beste, wenn sie einen Zusammenhang einfacher bzw. genauer erklärt als andere.

    "FAZIT:
    Auftrieb ist demzufolge ein Wirbel der an seiner vollständigen Ausbildung gehindert wird. Der Flüge reitet damit im Zentrum eines unvollständigen Wirbels."

    Dies ist sicherlich der Beste Ansatz zum Verständnis.
    Trotzdem würde ich nur halb zustimmen.
    Tatsächlich ist der Wirbel vollständig ausgeprägt, wenn man es dreidimensional betrachet.
    Nur eben unendlich in die Länge gezogen (Wirbelzöpfe am Flügelende).

    Frau Woczisnki hat das mal sehr schön didaktisch aufbereitet:
    http://pluslucis.univie.ac.at/PlusLucis/992/s1822.pdf

    "Das Druckpotential der Luft in athmosphärenbedingungen (=1 bar), wird die
    Luft zurück an die Oberfläche beschleunigt und folgt der Oberfläche mit einer geringen Latenz.
    als Gegenkraft zur Beschleunigung entsteht der Unterdruck."

    Die Erklärung ("Gegenkraft zur Beschleunigung") gemäß diesem Satz ist unzureichend,
    weil sie den Einfluß der Viskosität (der in der Re-Zahl drin steckt) außer acht läßt.
    Die Re-Zahl gibt das Verhältnis der Trägheits- und der Zähigkeitskräfte an, und beide
    müssen betrachtet werden! One Zähigkeit könnte das "Druckpotential der Luft" die "Luftteilchen"
    nicht zurück an die Oberfläche beschleunigen. Außerdem würden die Teilchen
    ohne Zähigkeit ungebremst auf dieser Oberfläche einschlagen und dort wieder
    eine Kraft in Gegenrichtung erzeugen.
    Damit ist diese Erklärung auch nicht eine "rein Newtonsche", oder ?

    Man könnte auch umgekehrt rein von der Zähigkeit her argumentieren
    ("Coanda" Erklärung "Luft klebt am Flügel und wird dadurch beschleunigt"),
    das wäre natürlich genauso unvollständig.

    Im Grenzbereich ist aber die Zähigkeit für einige Phänome sehr wichtig (Turbulatoren).

    Ob im Gesamtgefüge nun Unterdruck die Ursache für Beschleunigung oder Beschleunigung die Ursache für Unterdruck ist,
    ist nicht wirklich eine relevante Frage - sie entspringt der Ambivalenz aller Theorien.

    Was an Deinen Ausführungen für mich neu ist - und das gefällt mir - ist die Fraktale Erklärung
    für den Beginn der Bildung von Ablösewirbeln.

    Das ist ein neuer Denkansatz für die Fragestellung was beim "Anlegen" bzw. "Ablösen" der Strömung eigentlich geschieht.

    Viele Grüße,

    Georg
  8. Avatar von freshNfunky
    Hi Georg,

    Die Erklärung ("Gegenkraft zur Beschleunigung") gemäß diesem Satz ist unzureichend,
    weil sie den Einfluß der Viskosität (der in der Re-Zahl drin steckt) außer acht läßt.
    Die Re-Zahl gibt das Verhältnis der Trägheits- und der Zähigkeitskräfte an, und beide
    müssen betrachtet werden! One Zähigkeit könnte das "Druckpotential der Luft" die "Luftteilchen"
    nicht zurück an die Oberfläche beschleunigen. Außerdem würden die Teilchen
    ohne Zähigkeit ungebremst auf dieser Oberfläche einschlagen und dort wieder
    eine Kraft in Gegenrichtung erzeugen.
    Damit ist diese Erklärung auch nicht eine "rein Newtonsche", oder ?
    1.) Reynolds ist "Behelfs-Statistik". Da man damals die kausalen Zusammenhänge noch nicht so erklären konnte wie heute mit dieser Methode
    auf Basis von Newtonscher Mechanik. Nach dem Motto: "ich weiss zwar nicht was drin in einem Fluid abgeht aber ich kann es anhand gewisser "Formparameter"
    (Geschwindigkeit, Dichte, Länge, ...) eindämmen"

    2.) Eine zähigkeit ist nicht nötig um das Teilchen zurück an die Oberfläche zu lenken sondern die potentielle Energie, die in der Luft
    unter Druck gespeichert ist. Woher sonst soll die Energie herkommen? Gemäß kinetischer Gastheorie kleben die Luftteilchen ja nicht zusammen,
    sondern donnern wie Hagelkörner umher und prallen aneinander ab. die kinetische Energie der Luffteilchen definiert den Druck.
    Laut kinetischer Gastheorie = Mikroskopisch gemittelte kininetische Energie ist makroskopische potentielle Energie.

    3.) Damit wäre auch deine Frage mit "der Kraft in Gegenrichtung" geklärt: Aufgrund der abgezogenen Beschleunigung aus dem Druckpotential
    ist die kinetische energie um den Betrag niedriger den es benötigte die Teilchen zurück an die Oberfläche zu beschleunigen, was sich in einem
    Druckabfall manifestiert. Durch den (positiven) Druckunterschied zwischen ober und Unterseite der Tragfläche wird es im Betrag als "Unterdruck"
    wargenommen und somit die resultierende gegenkraft für den Auftrieb.

    Man könnte auch umgekehrt rein von der Zähigkeit her argumentieren
    ("Coanda" Erklärung "Luft klebt am Flügel und wird dadurch beschleunigt"),
    das wäre natürlich genauso unvollständig.
    Punkt 3 von oben sollte dann auch Coanda erklären. Ob die Luft sich "festsaugt" oder "hinbeschleunigt" wird - aufgrund der vorhandenen potentiellen Energie in Luft - ist eine reine Frage des Betrachterstandpunktes, aber per se das selbe. Übrig bleibt jedoch in allen Fällen das 2. newtonsche Axiom, dass für eine Bewegungsänderung
    Kraft nötig wird. Einzige Möglichkeit wäre diese aus dem Energiepotential der Luft zu entnehmen.

    Bei Flüssigkeiten ist es das selbe. Eine Flüssigkeit ist nur dann flüssig wenn sie unter Druck steht. im Vakuum gibt es keine Flüssigkeit, nur feste oder gasförmige Zustände
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Phasendiagramm) andernfalls würden sich Kavitationsblasen bilden. solange die Flüssigkeit unter athmosphärischem druckpotential also die kraft aus dem druck mobilisieren kann klebt sie an der konvexen Oberfläche (Coanda-Effekt).
  9. Avatar von freshNfunky
    Nun die Behhauptung, Dass durch eine zweidimensionale Betrachtung und damit Begrenzung der Zirkulation keine Impulsänderung stattfindet halte ich für eine Seeehr gewagte Aussage.
    Nach Helmholz auch Quatsch, welcher sagt: es bildet sich entweder ein Wirbel
    1.) im freien Medium als Ring, oder
    2.) zylindrisch mit Abschluß an einer Oberfläche

    Tragflächen in der 3-Dimensionalen Betrachtung erzeugen Ringwirbel zur Impulsänderung
    Tragflächen in der 2-Dimensionalen Betrachtung zylindrische wirbel.

    Dass eine Zweidimensionale Tragfläche genauso funktioniert beweisen genügend windkanalexperimente.
    Auch dürfte sonst die Formel 1 mit ihren Begrenzungen am den Spoiler-Flügeln nicht funktionieren.

    Eine Impulsänderung findet nur dann nicht statt, wenn die Strömung sich Turbulent ablöst oder nicht genügend Freiraum unterhalb der Tragfläche besteht
    (Bodeneffekt)

    Zudem sind viele grafiken falsch oder extrem "getuned". Dass die Geschwindigkeit (Abb.9) oberhalb und hinter dem Tragflügel schneller ist als vorher ist nirgendwo
    jemals real beobachtet worden.

    Extrem schlechter und irreführender Artikel!