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  • Interview mit Ralf Helbing

    Das RC-Network-Magazin hatte die Gelegenheit, ein erstes Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer von Graupner/SJ zu führen - eine Firma bekommt ein Gesicht!


    Herr Helbing, zunächst eine persönliche Frage. Sie und die Graupner-Mitarbeiter haben anstrengende Wochen hinter sich. Bis feststand, dass die neue Graupner/SJ GmbH die Geschäfte der insolventen Graupner GmbH&Co.KG in Teilen fortführt, wurde zäh verhandelt. Wie geht es Ihnen heute?


    Ich bin erleichtert, dass eine Lösung zu Stande kam und so wenigstens ein Teil der Arbeitsplätze gerettet werden konnten.


    Sie hatten in Ihrer Zeit als Entwicklungsleiter immer ein offenes Ohr für die Wünsche Ihrer Anwender und haben zusammen mit Ihren Mitarbeitern vorbildlichen technischen Support geleistet, auch online, zum Beispiel bei RC-Network. Wieweit hat das Ihrer Ansicht nach zur guten Reputation der HoTT-Fernsteuersysteme beigetragen, und beabsichtigen Sie, diesen offenen Umgang mit den Kunden fortzuführen?

    Besonders bei der Einführung war das extrem wichtig und hat sehr geholfen offene Fragen zu beantworten. Inzwischen kennen zahlreiche Piloten die Technik sehr genau, so dass die Hilfe unter den Piloten mir ein gutes Stück Arbeit abnimmt. Zum Glück, denn jetzt habe ich ja neue Aufgaben und sicher weniger Zeit. Dennoch möchten wir natürlich weiterhin offene Fragen auch genauso offen beantworten. Hin und wieder werde ich sicher auch noch selber Beiträge beantworten.

    Viele unserer User sind natürlich erleichtert, dass das HoTT-System auch zukünftig weiter entwickelt und vertrieben wird. Der hohe technische Stand des Systems wird zu großen Teilen Ihnen als Leiter der Entwicklung zugeschrieben. Als Geschäftsführer der Graupner/SJ GmbH kommen sicher viele neue Aufgaben auf Sie zu. Was bedeutet das für die Weiterentwicklung des HoTT-Systems? Welche Folgen ergeben sich daraus z.B. für angekündigte Neuheiten wie die MX-32?

    Die Ingenieure arbeiten natürlich weiter an den neuen Produkten. In wie weit die Turbulenzen dennoch zu Zeitverzögerungen geführt haben könnten, kann ich derzeit noch nicht abschätzen. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich das Ganze im Rahmen abspielt. Es muss sicher einiges umorganisiert werden. Da sich der Technik-Bereich jedoch sehr gut eingespielt hat, glaube ich nicht an größere Verzögerungen. Die neue Motivation, die sich durch die neue Konstellation mit Graupner/SJ ergibt, dürfte das locker ausgleichen.

    Im Zuge des Übergangs auf die neue Graupner/SJ GmbH musste in hohem Maße Personal abgebaut werden. Viele Anwender älterer Fernsteuersysteme sind es gewohnt, ihre Anlagen zur Wartung, Reparatur oder zum Ausbau an den Graupner-Service zu schicken. Wird es diesen Service in vergleichbarem Umfang weiterhin geben?

    Der Service wurde beinahe komplett übernommen. Auch diese Kunden werden nicht im Regen stehen gelassen und werden weiterhin den gewohnten Graupner-Service genießen können.

    Der neue Investor, die SJ Inc. aus Korea, ist bekanntermaßen der Lieferant vieler Komponenten der HoTT-Systeme. Darüber hinaus ist SJ auf dem europäischen Markt, zumindest im Bereich Modellbau, relativ unbekannt. Würden Sie Ihren Partner kurz für uns charakterisieren?

    Nun, die Ladegeräte dürften ebenfalls schon länger bekannt sein.
    SJ ist ebenso ein mittelständisches Unternehmen mit hochmotivierten Mitarbeitern. Bisher war SJ lediglich im Elektronikbereich tätig. Das Sortiment wird jedoch schnell auch mit schönen Modellen ersetzt werden.

    Wie man hört, ist SJ Inc. auch im Bereich Automotive tätig und fertigt z.B. Elektroantriebe. Wird es da Synergien geben? Können wir neue Produkte erwarten?

    Das ist noch nicht der Fall. Solche Synergien sind jedoch für die Zukunft angestrebt.

    SJ sieht die neue Graupner/SJ GmbH vor allem als Handelsunternehmen. Den Pressemitteilungen zufolge sieht SJ die Partnerschaft in Verbindung mit einem Ausbau der europäischen Präsenz des Unternehmens. Wenn man in der Pressemitteilung auf der Graupner-Homepage liest, dass es um einen globalen "Ausbau des Vertriebsgebiets in UK, USA, Japan und Australien" geht, fragt man sich natürlich, ob das wirklich die neue Aufgabe der Graupner/SJ sein soll, und wie sie das leisten könnte. Kommen hier neue Aufgaben auf Graupner/SJ zu, oder bezieht sich das eher auf Planungen der SJ Inc. in anderen Bereichen?

    Das bezieht sich auf die Planungen von Graupner/SJ weltweit. Die Graupner/SJ GmbH in Deutschland wird sich auf den Europäischen Markt konzentrieren.

    In der Pressemitteilung von Graupner/SJ ist die Rede davon, dass das Produktsortiment von Graupner in einem "etwas gestrafften" Umfang fortgeführt werden soll. Auch soll die langjährige Tradition der Marke Graupner beibehalten werden, die auf den Fachhandel als wesentlichen Vertriebsweg setzt. In Anbetracht der deutlich verminderten personellen Ressourcen scheint dies eine zumindest sehr anspruchsvolle Aufgabe zu sein. Wie könnten wir uns das vorstellen?

    In Deutschland gibt es sicher nun weniger Personal. Die Produktion wird jedoch nach China und Asien verlagert.
    Das Verkaufsteam und auch unser Service, sowie die Logistik sind weiterhin sehr schlagkräftig.
    Sicher gibt es am Anfang einige Verzögerungen bei der Umstrukturierung. So viele Produkte sind davon aber gar nicht betroffen.
    Schon bald wird der Kunde davon nicht mehr viel bemerken und sich über viele neue Produkte freuen.
    Das Sortiment wird nicht nur gestrafft, sondern auch modernisiert.

    Auch würde der der Graupner-Kunde gerne wissen, was zum Beispiel aus Tangent wird, ob O.S Motoren weiter erhältlich oder betreut werden, und ob die Ladegeräte von Schulze auch weiterhin zum Graupner-Service eingeschickt werden können?

    Tangent wird hoffentlich als Handelsware bald wieder angeboten werden können, wenn es Tangent gelingt, sich wieder selbstständig zu machen.
    Die O.S. Motoren würden wir gerne weiter beziehen. Hier sind Verhandlungen im Gange. Ältere Geräte können weiterhin eingeschickt werden.

    Aus der Tradition der Marke Graupner, die über viele Jahrzehnte den Modellbau in Deutschland geprägt hat, ergeben sich gewisse Erwartungen an denjenigen, der die Marke fortführt. Da gibt es das starke Engagement in der Jugendförderung. Oder auch das Sponsoring von Veranstaltungen wie dem Euromeeting, oder, viel näher, dem Teck-Pokal. Können Sie schon etwas darüber sagen, ob sich die Marke Graupner hier auch weiterhin einbringen wird?

    Solche Veranstaltungen sind auch weiterhin wichtig für uns. Im Rahmen der Möglichkeiten wird es sicher auch weiterhin Sponsoring geben.

    Noch eine persönliche Frage zum Abschluss: Sie selbst sind mit der Marke Graupner aufgewachsen und waren in den letzten Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Firma. Die stufenweise erfolgte Insolvenz der früheren Graupner GmbH & Co. KG hatte in den online-Medien eine gewaltige Resonanz, insbesondere wegen der Unzahl von Modellbauern, die selbst seit ihrer Kindheit durch die Marke Graupner geprägt wurden. Es gab dabei Spott und Häme, aber auch recht scharfsinnige Analysen und viele aufmunternde Stimmen, zum Beispiel "jetzt erst recht" Graupner-Produkte zu kaufen.
    Nimmt man als Beteiligter so etwas überhaupt wahr? Und falls ja, wie wirkt sich solch eine öffentliche und zweifellos durch Einzelmeinungen geprägte Debatte in einer so schwierigen Situation aus?

    Ja, ich habe zwar wenig Zeit gehabt, eine mittlere Anzahl der Beiträge habe ich jedoch gelesen. Einige der Beiträge haben uns sehr motiviert, andere waren nicht gerade förderlich für das Geschäft, besonders wenn diese wenig fundiert waren. Es gab jedoch auch einige recht objektive Fehleranalysen.
    Wie stark sich das ganze ausgewirkt hat, wissen wir vermutlich erst in 2-3 Monaten.

    RC-Network bedankt sich für das Gespräch