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  • Spoiler-Alarm - Cilantro von Pilot

    Spoiler-Alarm

    Cilantro von Pilot

    Milan Lulic - Stephan zu Hohenlohe




    Einfacher geht es nicht: Seiten- und Höhenruder, dazu Bremsklappen, fertig ist ein Thermiksegler. Der Cilantro verknüpft dazu traditionellen Holzbau mit einem GfK-/Kohlerumpf – und entpuppt sich als echter Hochleister.

    Warum das Modell im Netz aber als Hochleistungssegler für die Klasse F5J-2000 beworben wird, bleibt rätselhaft. F5J-Modelle sind Elektrosegler, meist mit Vier-Klappen-Flügel ausgestattet. Eine auf zwei Meter Spannweite limitierte Klasse gibt es offiziell nicht.
    Wir haben jedenfalls keinerlei Wettbewerbsambitionen, daher ist uns die Klasseneinteilung vollkommen egal. Selbst wenn man das Modell relativ einfach zum Elektrosegler umbauen kann, soll sich der Cilantro in unserem Test zunächst als reiner Segler bewähren.


    Das Baubrett freiräumen

    Doch bevor das Modell in die Luft kommt, muss es gebaut werden. Milan Lulic, unser Elektronikexperte und Holzwurm, hat bereits sein Baubrett frei geräumt: „Mein erster Bausatz des japanischen Herstellers Pilot war ein ,E-Fly‘-Elektrosegler, den ich Ende 80er-Jahre gebaut und viel geflogen habe. Nun war ich natürlich sehr gespannt auf den Cilantro-Bausatz von Pilot in fortschrittlicher Lasercut-Technik.“



    Der Cilantro von Pilot, hier importiert von Pichler, wird in einem schwarzen Karton geliefert und ist mit allen nötigen Frästeilen und Materialien ausgestattet, die zum Bau des rohbaufertigen Modells erforderlich sind. Das Bespannungsmaterial und die RC-Komponenten müssen noch zugekauft werden. Weiterhin wird noch Klebstoff benötigt. Ich habe Weißleim, Sekundenkleber und Epoxidharz verwendet.
    Die Firma Pichler bietet als Sonderzubehör die passenden Servos dazu an. Wer den Cilantro mit Elektroantrieb ausrüsten möchte, findet bei Pichler auch einen Brushless-Antriebssatz, bestehend aus einem einbaufertigen Motor, Regler und Spinner mit passender Luftschraube. Als Antriebsakku wird ein 3S-850 mAh-LiPo-Akku empfohlen.

    Im Bausatz finden wir präzise lasergeschnittene Holzteile für die Fläche und die Leitwerke, ein leichtes, gelbes Rumpfvorderteil aus GfK, ein konisches Carbonrohr für das Heck, eine Kabinenhaube, zugeschnittene Holme, Anlenkungsteile, Bowdenzüge und andere Kleinteile. Alle lasergeschnittenen Holzteile sind passgenau und von hoher Qualität. Der 1:1-Bauplan wird auf zwei großen Papierbögen samt einer bebilderten Bauanleitung geliefert. Durch die raffinierte Steckbauweise der Bauteile ist der Zusammenbau einfach.


    Japanischer Text

    Vor jedem Baubeginn studiere ich erst die Bauanleitung einschließlich Bauplan gründlich, betrachte die Teile der jeweiligen Baustufe sorgfältig und erst dann nehme ich die Kleberfläschchen in die Hand. Dieses Vorgehen ist besonders beim Bau des Cilantro unumgänglich, denn ich habe zwar einen Bauplan und eine bebilderte Bauanleitung, aber mit japanischem Text! Die Bauteile sind leider nur auf dem Plan und in der Bauanleitung nummeriert!



    Der Aufbau der Leitwerke ist schnell erledigt. Ein Sperrholzstück auf dem Höhenleitwerk ist als Verstärkung für die Verschraubung eingeklebt. Die Seiten- und Höhenruder habe ich aus Balsabrettchen hergestellt. Nach dem Verschleifen der Leitwerke sind sie zum Bespannen fertig. Sie werden erst später, nach dem Bespannen, auf das Carbonrohr geklebt.




    Simultaner Flächenbau

    Der Aufbau der beiden Tragflächen ist identisch. Ich habe beide Flächenhälften „simultan“ aufgebaut. Den mit Weißleim bestrichenen Hauptholm stecke ich auf die untere Beplankung und verklebe die dreiteilige Holmverstärkung. Die beiden hinteren Hilfsholme klebe ich mit Sekundenkleber an die Beplankung. Nun kann ich alle Rippen reihenweise positionieren und mit Sekundenkleber fixieren.
    Der zusammengeklebte, dreiteilige obere Hilfsholm wird nach Plan verschliffen und auf die Rippen gesteckt und verklebt. Im gleichen Arbeitsgang werden die beiden Kiefer-Hilfsholme in den Rippen mit Sekundenkleber verleimt. Anschließend werden die Rippen vorne mit Sekundenkleber auf die untere Beplankung geklebt und die Dreieck-Nasen-Hilfsleiste auf beiden Teilen positioniert und geklebt.
    Zu Schluss werden die Alu-Steckungsröhrchen eingeschoben, mit Epoxidharz festgeklebt und die Holmstege eingeklebt. Nach ausreichender Trocknungszeit wird die vierteilige obere Beplankung genau platziert, verklebt und mit Stecknadeln, Tesafilm und Ballast gesichert. Da ich die Beplankung mit Weißleim verklebt habe, ist eine Kaffeepause angesagt und ich kann mich in Ruhe auf die nächste Arbeit vorbereiten, also für den Aufbau des Außenflügels.





    Wie in der Bauanleitung gezeigt, wird die ganze Einheit, bestehend aus Rippen und zwei Holmen, auf die vordere und hintere Beplankung gesteckt und geklebt. Danach habe ich die Dreiecks-Nasenleiste angebracht. Alle Teile habe ich mit Weißleim eingestrichen, die vordere und hintere obere Beplankung aufgesetzt und mit Tesafilm und Ballast gesichert. Nun folgt noch die Endrippe, die ich verklebe und verschleife. Damit ist der Außenflügel rohbaufertig und kann mit dem Innenflügel fest verbunden werden.



    Die Tragfläche und die Leitwerke habe ich mit Oracover-Folie bebügelt.


    Flächen-Befestigungsbrett

    Kommen wir zum Rumpf: Zuerst habe das Flächen-Befestigungsbrett, bestehend aus fünf Sperrholzteilen und zwei Einschlagmuttern, zusammengeklebt, anschließend das fertige Flächen-Befestigungsbrett und das Servobrett positioniert und festgeklebt. Der mitgelieferte Kohlestab wird mit Epoxidharz auf die Innenseite der Kabinenhaube geklebt. Er dient der sicheren Haubenbefestigung auf dem Rumpf. Der Höhenleitwerksträger wird aus einem Kunststoffteil, drei Sperrholzteilen und zwei Einschlagmuttern hergestellt.



    Nun versuche ich probeweise, das Carbonrohr an den Rumpf zu stecken. Üblicherweise wird bei Modellen mit Rumpfboot das konische Rohr von innen durch den Rumpf nach außen geschoben. Das führt allerdings zu einer unschönen Kante am Übergang zwischen Rumpfboot und Heckrohr. Beim Cilantro wird das Rohr von außen über den stufenförmig abgesetzten Rumpf geschoben. Richtig gemacht, ergibt das eine ganz sauberen Übergang. Leider kann ich das Carbonrohr nur bis zu zwei Drittel aufschieben. Daher muss ich die Farbschicht am Rumpfende entfernen. Nach vorsichtigem Abschleifen passt das Carbonrohr bis zum Anschlag auf den Rumpf.

    Achtung: Die Stufe im Rumpf ergibt eine Sollbruchstelle. Bei der Langzeiterprobung des Cilantro ist der Rumpf durch eine Unachtsamkeit beim Transport genau dort gebrochen. Neben dem Abschleifen des Lackes am Rumpfboot muss das Heckrohr unter Umständen ausgeschliffen werden. Ein Dremel mit konischem Schleifaufsatz ist das richtige Werkzeug dafür.


    Positionieren als Herausforderung

    Mit den im Bausatz enthaltenen Ausrichthilfen wird der Rumpf mit dem Kohlerohr auf dem Baubrett positioniert. Bitte bei dieser Arbeit sorgfältig und genau vorgehen. Das Carbonrohr richtig am Rumpf zu positionieren und zu verkleben, ist eine kleine Herausforderung. Meine Vorgehensweise ist folgende: Zuerst klebe ich das fertige Seitenleitwerk genau senkrecht in den Ausschnitt im Carbonrohr. Nach ausreichender Trockenzeit wird das Carbonrohr auf das Rumpfboot mit montierter Fläche aufgeschoben, genau ausgerichtet und dann verklebt.

    Anschließend wird der Höhenleitwerksträger mit festgeschraubtem Höhenleitwerk waagerecht zur Fläche ausgerichtet und auf dem Carbonrohr mit Epoxidharz festgeklebt. Dabei unterlege ich die beiden Flächenhälften und die beiden Randbögen des Höhenleitwerks, sprich: Beide Flächenhälften haben links und rechts den gleichen Abstand zum Baubrett, wie auch die beiden Randbögen des Höhenleitwerks. Nach ausreichender Trocknungszeit installiere ich beide Servos und die Anlenkung. Die Bremsklappen erhalten jeweils ein Servo.

    Die Flächenhälften werden über das Carbonrohr am Mittelstück eingeschoben und die ganze Einheit am Rumpf mit zwei Schrauben montiert. Das komplett ausgerüstete Modell unterstütze ich rechts und links neben dem Rumpf, 92 mm hinter der Nasenleiste, um den Schwerpunkt einzustellen. Wie erwartet, müssen bei der Segler-Version vorne im Rumpf einige Bleistreifen eingelegt werden. Mit einem vierzelligen Eneloop-Akku mit 1.900 mAh sind knapp 100 g Ballast in der Rumpfspitze nötig. Noch schnell die Ruderausschläge einstellen und der erste Handstart kann erfolgen. Zum ersten Flug verabrede ich mich mit Stephan …




    Der erste Schubs in die Luft

    Jetzt stehen wir also auf der berühmten, leicht geneigten Wiese. Die Aufgaben sind klar verteilt: Ich trage die Verantwortung, Stephan darf fliegen. Schon der erste Schubs in die Luft zeigt, dass hier ein Hochleister am Start ist. Die 200 Meter der Piste sind trotz Gegenwind zu kurz, die Klappen müssen gleich eingesetzt werden. Klar, der Cilantro bäumt sich auf, deshalb sind acht Prozent Tiefenruder beizumischen.



    Mehr über das Modell können wir beim Handstart nicht herausfinden, deshalb wird die Hochstarteinrichtung ausgerollt. Wir verwenden das RES-100A-Set von EMC-Vega, das aus 15 Metern Gummi und 100 Metern Seil besteht. Bei Gegenwind sind mit diesem Set knappe 100 Meter Ausklinkhöhe erreichbar.



    Um das Modell nicht unnötig zu belasten, wird der Gummi moderat ausgezogen. Der Cilantro steigt am Gummi schnurgerade hoch und reagiert perfekt auf Seitenruderkorrekturen. Das Ausklinken geschieht von ganz alleine. Auf geringstes Sinken getrimmt, nimmt das Modell jeden Aufwind an. Mit wenig Seitenruder lässt es sich prima Kreisen. Zwei, drei Klicks auf Tiefe reichen, um Abwindfelder zügig zu durchfliegen. Natürlich ist der Cilantro nicht mit einem GfKler zu vergleichen, er ist insgesamt sehr langsam unterwegs.



    Zur Landung kann das Modell fast auf den Kopf gestellt werden, die großen Klappen wirken brutal und nehmen die Fahrt komplett raus – Spoiler-Alarm sozusagen. Ziellandungen sind daher kein Problem. Bei stärkerem Wind kann das Modell mit gut 200 Gramm im Schwerpunkt aufballastiert werden. Damit wird es zwar etwas schneller, zeigt aber Aufwindfelder schlechter an. Ballast empfiehlt sich daher eher am Hang, damit der Cilantro besser gegen den Wind ankommt. Die Ruderausschläge passen, auch mit dem angegebenen Schwerpunkt von 92 Millimeter ist es angenehm zu fliegen. Mit 85 Millimeter fliegt das Modell ein wenig ruhiger, zeigt aber die Thermik nicht mehr so gut an. 100 Millimeter Schwerpunktlage sind der hintere Punkt, damit wird jeder Aufwind entdeckt. Wird man mit dieser Schwerpunktlage allerdings zu langsam, sind die mühsam erkletterten Meter schlagartig wieder weg
    .


    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von Stephan zu Hohenlohe
      Stephan zu Hohenlohe -
      In der FlugModell hatte ich irrtümlich geschrieben, dass man mit dem Modell auch F3RES-Wettbewerbe fliegen kann. Das ist natürlich auf Grund des GfK-Rumpfes und der Landeklappen nicht möglich... Hinterher ist man immer schlauer.
      S.Hohenlohe
    1. Avatar von peterschmalenbach
      peterschmalenbach -
      Hi werte Kollegen,gut lesbarer informativer Bericht ! Danke hat Spaß gemacht .!
      Mit freundlichen Grüßen Peter Schmalenbach